Die 19. Sommerwerft vom 24.7. bis 9.8.2020

Ganz so ereignisarm wird der Theatersommer nun doch nicht. Einige der freien Bühnen haben die Saison mit einzelnen Aufführungen verlängert. Und nach Comoedia Mundi und der Dramatischen Bühne hat sich nun auch das Ensemble des Frankfurter Antagon-Theaters dazu entschlossen, sein jährliches Kultur-Festival zu realisieren. Nach manchem Hin und Her und der schlussendlichen Genehmigung findet die 19. Sommerwerft 2020 jetzt vom 24. Juli bis zum 9. August auf dem Gelände der Weseler Werft am Mainufer statt. Öffentliche Kultur im »Jahr der Abstandregeln, der Einsamkeiten und Sehnsüchte« wird für das vor exakt 30 Jahren von Bernhard Bub ins Leben gerufene Künstlerkollektiv auch zu einer Bewährungsprobe. Keine schlechte Aufgabe im Jubiläumsjahr.
Dass es auch in pandemischen Zeiten reale Möglichkeiten für Theaterkultur im öffentlichen Raum geben kann, will die Sommerwerft nun mit einer »Limited Edition« beweisen. Der Preis: Begrenzte Besucherzahlen, wesentlich weniger Aufführungen und der Verzicht auf Beduinen-, Musik- und andere Zelte und Bars zugunsten größerer Freiflächen. Das schafft dann Platz für Theater- und Musikvorstellungen im Freien, aber auch Raum zum Chillen. Damit könnte es neben der obligatorischen Open-air-Theateraufführung am Abend ein bis zwei Open-Air-Konzerte für Singer-Songwriter und andere künstlerische Kleinformate geben. Das mit einer Frankfurter Firma erarbeitete maßgeschneiderte Hygiene- und Sicherheitskonzept muss von der Stadt – Stand 25.Juni – aber noch abgesegnet werden.
Das Programm wird wie jedes Jahr mit heißer Nadel gestrickt, den aktuellen Stand entnimmt man am besten der Homepage (s.u.). Fest steht, dass das Gelände der Sommerwerft nur an den Wochenenden bespielt werden wird: 24. bis 26. Juli; 31. Juli bis 2. August; 7. bis 9. August. In Planung sind allerdings zusätzliche Auftritte ades Ensembes an den werftfreien Tagen in den Stadtteilen.
Die Eröffnung des Festivals bestreiten die Gastgeber am 24. und 25. Juli mit einer überarbeiteten Version des seit 2006 aufgeführten Antagon-Glanzstückes »Frame Games«, das, bestens passend, dieses Mal tatsächlich aus jedem Rahmen fällt. Damit wirklich alle Besucher die Darbietung verfolgen können, wird das Geschehen zudem live auf großen Screens übertragen, aber auch via Streaming-Dienste zu verfolgen sein. Selbiges gilt auch für die großartige Tanzchoreografie »Package« (30. Juli) und die erst vor zwei Jahren uraufgeführte Antagon-Produktion »Traum einer Sache« (31. Juli).
Geht das Ganze gut – und warum sollte es das nicht? –, dann erfindet sich die Sommerwerft wie so oft in der Vergangenheit auch in diesem Jahr wieder neu. Vielleicht ist es das, was die Atmosphäre des Festivals ausmacht: die Entwicklung eines Ortes, der durch alle Mitwirkenden zum Kunstwerk gedeiht.

gt (Foto: © Sommerwerft)

www.sommerwerft.de

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