CD-Tipp: Sly & Robbie meets Nils Petter Molvaer

Seit den 70er Jahren war der norwegische Jazz-Trompeter Nils Petter Molvaer ein Fan der Dub- und Reggae-Ikonen Sly & Robbie. Doch erst 2015 trafen sie das erste Mal aufeinander. »Es war völlig verrückt«, erinnert sich Robbie Shakespeare. »Seit ich Nils’ Musik Ende der 90er-Jahre zum ersten Mal hörte, fesselte mich seine atmosphärisch dichte Verschmelzung verschiedener Stile und sein unvergleichliches Trompetenspiel. Jetzt sollten wir zusammen auftreten, obwohl wir uns nie zuvor getroffen haben.« Für alle Drei war das kein Problem. Genregrenzen waren ihnen völlig gleichgültig. Wichtiger war die Haltung, die Lust, sich aufeinander einzulassen, die Lust am Improvisieren. Dabei entstand Musik, die man am besten über Kopfhörer hört. Je näher man mit dem Ohr an dem Sound dran ist, desto besser. Wenn Robbie Shakespeares Bass tief unten kratzig vibriert und einen Song wie »Strange Bright Crowd« so sanft und stetig anschiebt. Als würde man Fahrrad fahren und unentwegt Rückenwind haben. So selbstverständlich fließt alles.
Im grenzenlosen musikalischen Universum Molvaers, der noch nie in Schubladen dachte, ist diese Zusammenarbeit mit Sly und Robbie ein nächster konsequenter Schritt. Wieder einmal entsteht seine Musik im Kurzschluss völlig verschiedener Einflüsse und Traditionen. »Nordub« ist ein dunkler, entschleunigtes, weltumspannendes Hybrid, für das es weder einen Namen noch ein Etikett gibt.

Tim Gorbauch
Sly & Robbie meets Nils Petter Molvaer: Nordub (OKeh)

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