25. Cuba im Film vom 1.–11. Oktober im Filmforum Höchst

»Cuba im Film« startet mit dreiwöchiger Verspätung, aber das Festival startet, wie gewohnt, im Filmforum Höchst. Eine Digitalisierung dieser Jubiläumsausgabe kam für Klaus-Peter Roth, den Initiator, nicht in Frage. Er zitiert die etwas skurrile Aussage, die Christian Petzold gerade in Venedig gemacht hat: »Und ich glaube, ein digitales Festival – das sind Methadonprogramme. Das kann man vergessen«.

Doch zurück zum kubanischen Kino, das nach wie vor so etwas wie einen kritischen Sozialismus propagiert. Den Alltag und die gesellschaftliche Wirklichkeit dort durch das Medium Film zu vermitteln, das haben sich die Höchster zur Aufgabe gemacht. Und im Lauf der Jahre ist daraus ein viel beachtetes Event im Frankfurter Kulturkalender geworden.
Zur aktuellen Lage im Land heißt es in der Ankündigung »Der kubanische Alltag ist derzeit von einer sich deutlich verschärfenden Krise geprägt, die Versorgungsengpässe lassen Erinnerungen an die traumatischen 90er Jahre wach werden.« Von diversen Gegenmaßnahmen und der bislang anscheinend guten Bewältigung der Corona-Krise ist die Rede. Aber Corona bereitet auch der kubanischen Filmindustrie Probleme. Da trifft es sich gut, dass es seit einiger Zeit Fortschritte bei der Filmförderung gibt. Die unabhängigen Filmproduzenten können beim Filminstitut ICAIC Förderung beantragen, und drei Filme werden als deutsche Erstaufführungen in Höchst zu sehen sein.
In »Nido de mantis« erzählt Arturo Sotto eine Dreiecksgeschichte, die über ein halbes Jahrhundert andauert; »Inocencia« von Alejandro Gil handelt vom Widerstand gegen die spanischen Kolonialherren im 19. Jahrhundert, während »Club de Jazz« von Esteban Insausti aus drei Episoden besteht, die mit drei Musikern in den 50er und 80er Jahren sowie der Jahrtausendwende um einen Jazz Club kreisen, der nun kurz vor seinem Abriss steht.
Außerdem wird mit »Insumisas« der jüngste Film von Fernando Pérez, des bekanntesten Regisseurs der Insel, präsentiert. Darin kämpft die Schweizer Medizinerin Henriette Faber Anfang des 19. Jahrhunderts gegen die Sklaverei. Sie tritt als Mann auf, da Frauen das Praktizieren als Arzt untersagt war, und heiratet sogar eine Kubanerin. Die Aufdeckung von Fabers Identität führte zu einem Skandal.
In »El Viaje extraordinario de Celeste García« (Die Außergewöhnliche Reise der Celeste Garcia) von Arturo Infante laden Aliens zu einem Besuch auf ihrem Planeten ein. Armando Capó Ramos’ »Agosto« handelt von massenhaften Fluchtversuchen nach den USA im Sommer 1994. Der Film wurde beim letztjährigen Filmfestival in Havanna als bester Erstlingsfilm ausgezeichnet.
In der Retrospektive werden Werke von T.G. Alea, Humberto Solás, Daniel Diaz Torres und Julio García Espinosa sowie von dem in Vergessenheit geratenen Dokumentarfilmer Nicolas Guillén Landrián zu sehen sein.

cw

Weitere Informationen: www.cubafilm.de

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