Mousonturm: Eko Supriyantos »Balabala« verknüpft Tradition und Moderne

Kriegstanz feminin

Pencak Silat ist eine Kampfkunst aus Südostasien mit insgesamt mehr als 800 Einzelstilen. Zentrum des Pencak Silat ist das Inselreich Indonesien, wo diese Kunst seit über tausend Jahren in vielen Variationen gepflegt wird und normalerweise ein Privileg der Männer ist.
Choreograf Eko Supriyanto hat Pencat Silat von seinem Großvater gelernt, ebenso wie den javanischen Hoftanz. Inzwischen ist er auf allen Bühnen der Welt zu Hause und arbeitet mit Stars wie John Adams, Peter Sellars und Madonna. Der von ihm kreierte außergewöhnliche Tanzstil kombiniert zeitgenössische Techniken und regionale Bewegungsformen Indonesiens.
Sein jüngstes Werk »Balabala« entwickelte er mit fünf Tänzerinnen aus der Region Jailolo. Raffiniert werden dabei Bewegungen und Raumverständnis des Pencat Silat mit Cakalele, einem Kriegstanz aus Nord- und Zentralmaluku, und Soya-Soya (das bedeutet so viel wie »spirit of abstinence« und diente als Willkommensgruß für heimgekehrte Krieger) verknüpft – zwei Tänzen, die traditionell Männern vorbehalten sind.
Selbstbewusst machen sich die jungen Frauen diese Bewegungen zueigen und fordern konventionelle Geschlechterrollen heraus. Sie sind nicht mehr gewillt, sich den traditionellen Mustern zu unterwerfen, doch geht es ihnen dabei weniger um Widerstand und Kritik – sie nehmen sich einfach selbstbewusst den Raum. Mit der Choreografie »Balabala« gibt Eko Supriyanto nicht nur den Frauen, sondern auch dem modernen Tanz in Indonesien eine neue Stimme und Ausdrucksform.

Walter H. Krämer (Foto: © Eco Supriyanto)
Termine: 25. März, 20 Uhr; 26. März, 18 Uhr
www.mousonturm.de und
www.ekosdancecompany.com

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