Filmland Hessen auf der Berlinale

Im Rahmen der Berlinale gab die hessische Landesregierung ihren Empfang in den Räumen der Landesvertretung. Boris Rhein, Minister für Wissenschaft und Kunst, erläuterte kurz und prägnant den Stand der hessischen Filmförderung. In den vergangenen Jahren konnte sich das Land auch als wichtiger Produktionsstandort etablieren. Die Investition in die Filmförderung hat sich auch wirtschaftlich gelohnt, da im letzten Jahr jeder investierte Euro mit Faktor 2,3 zurück in die hessische Wirtschaft geflossen sei. Mit Mitteln der hessischen Filmförderung wurden beispielsweise die bankenkritische Doku »Master of the Universe« und die Spielfilme »Willkommen bei Habib«, »Alles ist Liebe«, »Doktorspiele«, »Hin und Weg«, »Männerhort«, »3 Türken und 1 Baby«, »Der kleine Rabe Socke – Das große Rennen« produziert. Über die Qualität der genannten Filme kann man durchaus streiten. Dennoch bleibt die hessische Filmförderung auch für den Autorenfilm wichtig. Das wurde bei einem Gespräch deutlich, das Feo Aladag (Schauspielerin und Produzentin von »Zwischen Welten«) und Hermine Huntgeburth (Regisseurin von »Männertreu«) mit Alfred Holighaus (Geschäftsführer der Deutschen Filmakademie und Produzent) führten.

Zum Abschluß des offiziellen Teils überreichte Rudolf Worschech den Leserpreis der Zeitschrift epd Film, die in Frankfurt herausgegeben wird. Die Leser haben für »Im Labyrinth des Schweigens« votiert, den Film über die Vorbereitung des Frankfurter Auschwitz-Prozesses, der beim Hessischen Filmpreis leer ausgegangen ist.

Beim anschließenden Empfang des Deutsches Filminstituts (DIF) im nahegelegenen Meistersaal begrüßte Direktorin Claudia Dillmann auch Jim Rakete und Volker Schlöndorff, beide Förderer des Deutschen Filmmuseums.

Dieses Jahr kann auf 10 Jahre filmportal.de zurückgeblickt werden. Der Internetauftritt zum deutschen Film ist eine unentbehrliche Informationsquelle geworden. Auf die filmografischen Daten zu mehr als 86 Tausend Filmen im Bestand haben bisher mehr als 25 Millionen Nutzer zugegriffen. Neben Filmen werden in Zusammenarbeit mit der Murnau Stiftung in Wiesbaden auch exklusive Texte und Fotos zur Verfügung gestellt. Eine weitere Aufgabe der beiden Institutionen ist die Digitalisierung des deutschen Filmerbes, das den Kinos künftig auch digitalisiert zur Verfügung gestellt werden soll. Von den »hessischen« Filmfestivals wurden »goEast« (das Festival des ost- und mitteleuropäischen Films findet in diesem Jahr bereits zum 15. Mal statt) und das Internationale Kinderfilmfestival »Lucas« als DIF-Verantaltungen herausgestellt. Die Filmmuseums-Ausstellung »Fassbinder – JETZT« wird ab 6. Mai 2015 im Martin-Gropius-Bau in Berlin zu sehen sein. In Frankfurt wird ab 1. Juli eine Ausstellung die Wechselbeziehung von Filmen und Games untersuchen. Neben direkten Adaptionen geht es um den gegenseitigen Einfluss von Filmen und Games.

Rita Kratzenberg

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