Der unglaubliche Burt Wonderstone (Start: 4.4.2013)

Der unglaubliche Burt WonderstoneZauberhaft

»Der unglaubliche Burt Wonderstone« von Don Scardino

 

Manchen Leuten bekommt es nicht, wenn sie berühmt werden. Burt Wonderstone ist so einer. Als kleiner Junge mochte ihn niemand, bis er zum Geburtstag einen Zauberkasten bekam. Damit begann sein Aufstieg in der Popularitätsskala.

Zum Frauenhelden herangereift, ist Burt Wonderstone, jetzt von Steve Carrell überdreht unsympathisch dargestellt, eine Attraktion in Las Vegas – gemeinsam mit seinem Spielgefährten aus Kindertagen, Anton Marvelton (Steve Buscemi). Beide bieten in ihrer Show aufwendige Magie auf unterhaltsame Weise. Doch Burt steigt der Erfolg zu Kopf, er glaubt, allein zurechtzukommen, provoziert Partner Anton und die charmante Assistentin Jane (Olivia Wilde) und steht im Handumdrehen alleine da. Seine Solo-Show wird zum Fiasko.

Zudem ist es um Burts Finanzen schlecht bestellt, seine üppigen Gagen sind aufgebraucht. Deshalb muss er aus seiner Luxusvilla in die Residenz für ehemalige Artisten umziehen, wo er sein großes Vorbild Rance Holloway (Alan Arkin) kennenlernt, der mit der Glamour-Branche nichts mehr zu tun haben will.

Das ist der eine Strang im Drehbuch von Jonathan Goldstein und John Francis Daley. Es ist der altmodische Teil mit dem Kaninchen, das aus dem Hut gezaubert wird, aber auch – unter Mitwirkung David Copperfields – mit Spektakulärem wie der Nummer des Erhängten, die in einem Personentausch gipfelt und deshalb in der Version mit Burt allein zu einer spaßigen Lachnummer wird.

Im zweiten Strang wird die Geschichte vom aufstrebenden Straßen-Artisten Steve Gray (Jim Carrey) erzählt, der die Leute mit »Jackass«-Aktionen unterhält. So legt er sich auf glühenden Kohlen zur Nachtruhe, brennt sich ein Tattoo in den Unterarm oder setzt sich die Bohrmaschine an den Kopf. Das ist der moderne Teil des Films.

Auch wenn es Regisseur Don Scardino nicht immer gelingt, beide Stränge unter einen Hut zu bringen – Magie und Selbstverletzungs-Exzesse zielen zwar beide auf die Sensationslust des Publikums, passen aber letzten Endes nicht zusammen – macht diese Mainstream-Komödie mit ihren mal albernen, mal intelligenten Gags einen Heidenspaß. Und die Auftritte des dämonischen, augenzwinkernd verschmitzten Jim Carrey mit langen gefärbten Haaren sind allemal einen Kinobesuch wert.

Claus Wecker

DER UNGLAUBLICHE BURT WONDERSTONE (The Incredibile Burt Wonderstone)
von Don Scardino, USA 2013, 101 Min.
mit Steve Carell, Steve Buscemi, Jim Carrey, Olivia Wilde, Alan Arkin, Gillian Jacobs
Komödie
Start: 04.04.2013

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