Bockenheimer Depot: Forsythes »Kammer/Kammer«

Forsythe: Kammer/KammerWenn sich Stars verstricken

Nach 13 Jahren kehrt das Stück »Kammer/Kammer« von William Forsythe in das Bockenheimer Depot zurück. Es wird William Forsythes letzte Arbeit für die Company sein, bevor Jacopo Godani die künstlerische Leitung der Forsythe Company übernimmt.
»Kammer/Kammer« ist eine szenische Bearbeitung einerseits des Romans »Outline of my Lover« von Douglas A. Martin und zum anderen des Essays »Irony is Not Enough: Essay on my Life as Catherine Deneuve« der Dichterin und Akademikerin Anne Carson. Während Martin einen jungen Mann unter seiner ungleichen Beziehung zu einem Rockstar leiden lässt,  denkt sich Carson die französische Filmikone als Universitätsprofessorin in einer heillosen Romanze mit einer Studentin. Gezeigt wird die Entwicklung dieser beiden Liebesbeziehungen durch ein dynamisch choreografiertes Szenen- und Videodesign im Rahmen von Live-Aufnahmen auf der Bühne. Verkörpert werden die Deneuve von Dana Caspersen als festem Mitglied der fortbestehenden Company und Tony vom Gasttänzer Antony Rizzi.
Beim Einlass des Publikums hat das Stück bereits begonnen. Es sieht die Darsteller bei einer Probe und mit Aufwärmübungen beschäftigt, während ein Moderator, der  den Abend begleitet, abwechselnd zu den Performern und zum Publikum spricht und gleich zu Beginn Richtung Ensemble fragt  »Has anybody seen Billy Forsythe ?«
Das Publikum verfolgt das durch flexible Stellwände immer wieder veränderte Bild auf der Bühne wie auch auf den Bildschirmen. Dabei sind die Medien bei William Forsythe kein inszenatorisches Beiwerk, sondern eine Variante der ästhetischen Nutzung, wie wir sie aus anderem Blickwinkel von Kay Voges am Schauspiel (»Endstation Sehnsucht«) kennen. Er wolle  den Film zum theatralischen Medium machen, sagt der Meisterchoreograf selbst dazu: »like a fabulous magnifying glass!«
Collagiert aus Texten, Tanz, Video, Fernsehen, Gesang und Aktion ist »Kammer/Kammer« weniger ein Tanzstück als ein theatralisches Ereignis, das sich allzu eindeutigen und schnellen Interpretationen widersetzt.

Walter H.Krämer (Foto: © Armin Linke)
Termine: 10. – 13. April, 16. – 19. April, 20 Uhr
www.theforsythecompany.com

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