Ausstellung »Sturm-Frauen« geht nur noch bis 7. Februar

Schnell noch die Schirn stürmen …

Tatsächlich ist es einem Mann zu verdanken, dass wir heute in der Schirn Werke der Frauen sehen können, die Herwarth Walden gleichberechtigt in seiner Galerie »Der Sturm« von 1912 – 1932 ausgestellt hat. Er ließ sich nicht von der verbreiteten Vorstellung leiten, Frauen hätten von Natur aus keinen Zugang zur Kunst. Im Gegenteil, von starken Frauen umgeben – Else Lasker-Schüler gab ihm den Namen, die Künstlerin und Sammlerin Nell Roslund, seine spätere Frau, unterstützte seine Unternehmungen tatkräftig – verdanken wir dem Herausgeber der epochalen Zeitschrift »Sturm«, dass wir jetzt Werke verschiedenster Genres von bis dato überwiegend wenig bekannten Künstlerinnen betrachten können.
Klar, Gabriele Münter, Else Lasker-Schüler und Marianne von Werefkin – die zehn Jahre lang auf Druck ihres Lebensgefährten Jawlenski auf die Malerei verzichtete – kennt man. Aber wer weiß schon viel von Marcelle Cahn, deren Gemälde wir das Plakat verdanken, von Natalja Gontscharowa, Jacoba von Heemskerck, Alexandra Exter oder von der unglücklichen Lavinia Schulz, um nur ein paar zu nennen? 280 Werke von 18 Frauen sind zu sehen, die vielfältige Stilrichtungen der Moderne repräsentieren: Expressionismus, Kubismus, reine Abstraktion, neue Sachlichkeit, Rayonismus und Volkskunst, Bühnenbild und Kostümentwürfe, winzige schwarz-weiße Skizzen und große Ölgemälde: das ganze Spektrum des hereinstürmenden Jahrhunderts. Also nichts wie hin zu dieser großartigen Schau! Am besten in den Abendstunden, denn der Andrang ist groß, auch bei den Führungen (auch da rechtzeitig anmelden, begrenzte Teilnehmerzahlen!).

Katrin Swoboda (Foto: Besucheransicht, © Norbert Miguletz)
Bis 7. Februar: Di.– So. 10–19 Uhr; Mi., Do. bis 22 Uhr
www.schirn.de

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