17. Nippon Connection Filmfestival

23. bis 28. Mai im Mousonturm und der Naxoshalle

Kaum ist das kubanische Filmfest beendet, geht es in den Osten Frankfurts und von dort in den fernen Osten des Globus, nach Japan. Am 23. Mai startet das größte japanische Kulturfestival außerhalb Japans mit über 100 Lang- und Kurzfilmen aus dem Land der aufgehenden Sonne sowie einem vielfältigen Rahmenprogramm mit Workshops, Vorträgen und Konzerten.

Zu den angekündigten Highlights zählen »Daguerrotype« vom Honor Award-Preisträger Kiyoshi Kurosawa, der ein Liebesdrama mit subtilem Horror unterlegt hat. Das im vergangenen Jahr auf dem Filmfestival von Locarno prämierte Drama »Destruction Babies« des 35-jährigen Regisseurs Tetsuya Mariko handelt von des perspektivlosen Jugendlichen Taira, der immer tiefer in eine Spirale der Gewalt gerät. In »The Long Excuse« von Miwa Nishikawa, die persönlich zum Festival anreisen wird, versucht ein einsamer, vom Schicksal gezeichneter Schriftsteller, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. In Koji Fukadas Familiendrama »Harmonium«, das 2016 bei den Filmfestspielen von Cannes in der Reihe »Un Certain Regard« mit dem »Preis der Jury« ausgezeichnet wurde, stellt ein alter Bekannter mit seinem Erscheinen ein gewöhnliches Familienleben auf den Kopf. Dagegen erzählt Ryota Nakano in seinem preisgekrönten Drama »Her Love Boils Bathwater« mit sanftem Humor die Geschichte der todkranken Futaba, die es sich in ihren letzten Tagen zur Aufgabe macht, ihre zerrüttete Familie wieder zu vereinen.
Die Sektion »Nippon Animation« wartet mit der Deutschlandpremiere von Naoko Yamadas Anime »A Silent Voice« auf. Nach dem gleichnamigen Manga von Yoshitoki Oima erzählt der Film die Geschichte von Shoya Ishida, der zu Schulzeiten seine gehörlose Mitschülerin Shoko Nishimiya schikanierte und verspottete. Doch Jahre später macht sich Shoya auf die Suche nach Shoko, um sich für sein Verhalten zu entschuldigen.
In den 70er und 80er Jahren dienten die sogenannten Roman Porno-Filme aus dem japanischen Filmstudio Nikkatsu als Sprungbrett für junge Regisseure. Anlässlich des 45-jährigen Jubiläums dieses Genres werden zwei Neuverfilmungen aus dem »Roman Porno Reboot-Projekt« als Deutschlandpremieren zu sehen sein. Unter den Dokumentarfilmen ist »Raise Your Arms and Twist« über das Alltagsleben japanischer Pop-Idol-Sängerinnen der Gruppe NMB48 hervorzuheben, den Regisseur Atsushi Funahashi vorstellen wird. Von ihren japanischen Vorfahren, die nach Hawaii auswanderten, berichtet die junge amerikanische Filmemacherin Kimi Takesue in »95 and 6 to Go«, und Steven Okazaki widmet sich in »Mifune: The Last Samurai« dem Leben und Wirken des legendären Schauspielers Toshiro Mifune, der durch seine Zusammenarbeit mit Akira Kurosawa in die Filmgeschichte eingegangen ist.
Nippon Connection wird in ehrenamtlicher Arbeit vom 70-köpfigen Team des gemeinnützigen Vereins Nippon Connection e.V. organisiert. Es steht unter der Schirmherrschaft von Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt, und Takeshi Kamiyama, Generalkonsul von Japan in Frankfurt am Main. Festivalzentren sind das Künstlerhaus Mousonturm und das Theater Willy Praml in der Naxoshalle. Weitere Veranstaltungen finden im Mal Seh’n Kino, im Deutschen Filmmuseum, im Ausstellungsraum Eulengasse und im Theater Die Käs statt.

cw (Foto: Daguerrotype)
www.NipponConnection.com

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