Türkisches Theaterfestival: 20. bis 29. März in der Volksbühne, im Gallus Theater und im Stadttheater Rüsselsheim

Zum siebten Mal bereits organisiert das Tiyatro Frankfurt das Türkische Theaterfestival in der Region – für seinen emphatischen Leiter, Kamil Kellecioglu, ist das ohne Frage der jährliche Höhepunkt. Drei große Lkw begeben sich dafür mit Bühnentechnik, Requisiten und Kostümen auf den langen Weg von Ankara, von Istanbul und dem anatolischen Eskisehir in die Rhein-Main-Region. Und gut 100 türkische Theaterleute tun das auch: Darsteller, Regisseure, Dramaturgen und das technische Personal der beteiligten Staats-, Stadt- und privaten Theater.
Insgesamt zehn Vorstellungen von acht Stücken finden im Rahmen des Festivals von 20. bis 29. März statt, darunter zwei für Kinder, die jeweils auch zweimal gespielt werden. Örtliche Zentren in Frankfurt werden die Volksbühne im Hirschgraben mit fünf und das Gallus Theater mit vier Aufführungen sein. Die zehnte Vorstellung bringt die berühmte Geschichte von »Leyla ile Mecnun« auf die Bühne des Rüsselsheimer Stadttheaters (22. März, 19 Uhr). Alle Stücke für Erwachsene werden mit deutschen Übertiteln gezeigt.
Kellecioglu rechnet mit 5.000 Gästen insgesamt und einem deutschen Anteil von über 20 Prozent. Über die Bühnenwerke hinaus sind Workshops wie auch Diskussionen mit namhaften Repräsentanten der türkischen Theaters angesetzt, darunter die 90jährige Schauspiel- und Regie-Legende Haldun Dormen und die prominente türkische Film- und Bühnenregisseurin Hilal Saral. Gleich nach der Eröffnung am 20. März (19 Uhr) im Gallus Theater wird dort die Tragikomödie »Eyvah Nadir« aufgeführt, über einen Mann an, der keine Schwäche zeigen will, zu seinem Leidwesen aber »Au Weh« heißt. Am 21. März (19.30 Uhr) ist Eric Assous’ Komödie »Dönme Dolap« im Gallus zu sehen. Das hier als »Achterbahn« bekannte Stück handelt von Pierre, dem die einwöchige Abwesenheit von Frau und Kind eine Nacht mit der attraktiven Juliette beschert, in der alles anders kommt, als gedacht. Das Kinderspiel »Gecmen Gerek« am 22./23. März (15/10.30 Uhr) handelt von Sprachbarrieren und Grenzerfahrungen und ist zugleich der türkische Beitrag zum Starke Stücke-Festival (siehe Seite 43).
In der Volksbühne geht das für den Comedy-Preis der Türkei nominierte Spiel »Plastik Asklar« der Begegnung des elitären, aber auch etwas altmodischen Alev mit der schüchternen Sezen nach. Ernster ist das Drama »Gurbet« (Heimweh), das die Lage eines jungen Türken schildert, der mit einem Holzkoffer emigriert, um in Deutschland seine Träume zu realisieren. Mit »Hisse-i Sayia« beschließt ein türkischer Komödienklassiker von Ahmet Nuri Sekizinci, in dem ein geschiedenes Paar um die gemeinsame Tochter streitet, das Programm. Im Kinderstück »Rafadan Tayfa« (28. März 12 + 14 Uhr) wird mit großem Spaß ein Solist für ein Konzert gesucht.
Kamil Kellecioglu wünscht sich von Herzen, dass auch dieses siebte türkische Theaterfest ein Ort der Begegnung wird. Anders als die digitalen Medien sei das Theater in der glücklichen Lage, Menschen über Grenzen jeglicher Art hinweg miteinander ins Gespräch und einander näher zu bringen, schwärmt er von den kommunikativen Möglichkeiten der Bühne: »Theater kann uns zum Nachdenken bringen und glücklich machen«.

Winnie Geipert (Foto: Plastic, © Tiyatro Frankfurt)
www.tiyatro-frankfurt.de

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