Nadja Mayer beschreibt ihre Lieblingsorte in Frankfurt

Die »Trinkhalle« auf dem Titelbild, eigentlich ein Wassähäus’sche, zeigt an, wo es hier lang geht. Denn die Frau Mayer, gebürtige Bornheimerin, kennt sich in der ganzen Stadt aus, von Seckbach bis Sachsenhausen, vom Lohrberg bis zum (Wald-)Stadion. Vor allem aber liebt sie diese Stadt. Denn, was sie beschreibt, ob das Café Wacker oder das Hausener Bad, die verschiedenen Eiersorten, die der Bauer Mann in der Kleinmarkthalle verkauft, oder die »coolen Drinks«, die in einer Bar in der Elbestraße »cash only« über den Tresen gehen, all das beschreibt sie liebevoll, mit großer Sympathie. Das, was der Einheimische kennt, ist ebenso dabei, wie einige ziemlich ausgefallene Tipps. Das heißt, dieses kleine, hübsch aufgemachte Büchlein, ist für die echten Frankfurter*innen genau so interessant wie für die Eingeplackten oder gar die Ortsfremden und nur zeitweilig Zugereisten. Wie sonst sollte man auf den Bornheimer Ratskeller, am Bornheimer Hang, kommen, wenn nicht durch dieses Buch. Mario Furlanello, gebürtiger Bornheimer, wurde uns in der Hochzeit der Corona-Krise empfohlen, weil er – auf Bestellung – seine berühmte Grüne Soße vor der Tür, mit kleinem Krisen-Aufschlag, verkauft hat. Nach fünfundsechzig lesens- und beachtenswerten Hinweisen endet dieser originelle Reiseführer »Am Rande des Universums«, in einer Art Kulturzentrum, das sich sage und schreibe – ausgerechnet – in Offenbach findet. Da ist Nadja Mayer aus Bornheim ersichtlich auch noch über ihren eigenen Schatten gesprungen.

ml/shl

Nadja Mayer: Frankfurt – Lieblingsorte. Mit Fotografien von Jochen Peter. Insel Verlag, Berlin 2020, 240 S., 12,95 €

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