Historisches Museum eröffnet eine Ausstellung zum Thema »Vergessen«

Museen sind Erinnerungsorte. Dessen sehr bewusst, zeigte sich das Historische Museum bereits im Jahr 2000 mit der Ausstellung »Das Gedächtnis der Kunst«, die den Stellenwert der Kunst in Betrachtung historischer Geschehnisse behandelte. Die neue Ausstellung »Vergessen – warum wir nicht alles behalten« geht das Thema interdisziplinär an und greift in acht Abteilungen, so genannten Themeninseln, auf die Kompetenzen der Sozial- , Kultur- und Neurowissenschaft sowie auf Kunst und Psychologie zurück. Einige der Exponate auf dem 900 Quadratmeter großen Parcours wurden eigens für diese Ausstellung geschaffen. Ihre Themen sind: 1. Vergessen erinnern, 2. Unser Vergessen – unsere Identität, 3. Vergessen im Wandel, 4. Das Vergessen erforschen,
5. Angst vor dem Vergessen, 6. die Vergangenheit verdrängen, 7. Nicht vergessen können und 8. Das Vergessen überwinden.
Was mit Methoden und technischen Mitteln wie Kalender und Notizen auf der Alltagsebene beginnt, geht schnell in die Tiefe. Schon die Befassung damit, was im autobiografischen Gedächtnis des Menschen Eingang findet und was nicht, dürfte Bibliotheken füllen. Jedes dieser Kapitel wird mit einem zeitgenössischen Kunstwerk verknüpft. So beschäftigt sich der Künstler Mark Dion im Auftrag des Hauses mit vergessenen Objekten des Museums. Büsten unbekannter Personen, Alltagsgegenstände, deren Funktion kaum noch jemand erinnert, Dinge, die in der langen Geschichte des Museums nie ausgestellt wurden, Objekte, deren Herkunft unbekannt ist, werden in der Installation »Depository of Indeterminate Objects« gezeigt. Und die Klangkünstlerin Christina Kubisch entwirft im Rahmen der Ausstellung einen »Electrical Walk« in die neue Altstadt, der mit Kopfhörern den elektronischen Wellen der Stadt nachspürt.
Neben Tagungen und Filmen zum Thema im Filmmuseum (DFF) weist das Rahmenprogramm mit »Weiße Flecken« auch eine Performance des Jungen Schauspiel aus, mit der dessen Mitglieder auf die Werke und die Themen der Ausstellung reagieren.

gt (© HMF/Horst-Ziegenfusz)
Termin: bis 14. Juli
Di.–Fr., 9–18 Uhr; Mi., 10–21 Uhr; Sa., So., 11–19 Uhr
www.historisches-museum-frankfurt.de

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