Filmklassiker @home

Wer sich das Abo eines der Streamingdienste sparen will, kann immer noch auf das gute, alte öffentlich-rechtliche Fernsehen zurückgreifen. Dort finden sich unter den vielen TV-Produktionen auch ein paar interessante Kinofilme.
Am 29.3. gibt es um 20.15 Uhr auf arte ein Wiedersehen mit Lino Ventura, der in Jean-Pierre Melvilles Klassiker »Der zweite Atem« (Frankreich 1966) einen aus der Haft entflohenen Gangster spielt. Paul Maurisse ist der Kommissar, der ihm schließlich eine Falle stellt (zwei Wiederholungen).
In vielen französischen Krimis war der smarte Claude Brasseur zu sehen. Als grummelnden Opa, der seine Schwiegertochter hasst und deshalb deren Ehe mit seinem Sohn torpediert, gibt er im Ersten am 11.4. um 23.55 Uhr eine komödiantische Galavorstellung. Noémie Schmidt ist in »Frühstück bei Monsieur Henri« (Frankreich 2015) eine hübsche Studentin, die bei Monsieur Henri zur Untermiete wohnt und den Sohnemann verführen soll.
Wie Lino Ventura zählt Al Pacino zu den toughen Männern unter den Filmschauspielern. 3sat feiert seinen 80. Geburtstag am 25. April punktgenau. Tags zuvor steht um 22.30 Uhr der Thriller »Kurzer Prozess – Righteous Kill« (USA 2008) von Jon Avnet auf dem Programm. Zusammen mit Robert De Niro ermittelt er in einer New Yorker Mordserie. Anschließend ist er um 0.05 Uhr in einer Nebenrolle zu sehen. Als »Ein Cop mit dunkler Vergangenheit« (USA 2011) ist Channing Tatum zu sehen, Regie führte Dito Montiel, der auch das Drehbuch schrieb.
Pacinos Ehrentag klingt um 22.10 Uhr aus mit Lukas Hoffmanns Doku »Al Pacino – Star wider Willen« und um 23.10 Uhr mit dem Thriller »Sea of Love – Melodie des Todes« (USA 1989) von Harold Becker. Schade ist nur, dass dieSpielfilme wie üblich in der deutschen Fassung gezeigt werden. Pacinos einmalig markante Stimme dürfte man nur in der Doku hören können, die allein schon deswegen hier besonders empfohlen wird.
Über Cary Grant braucht man nicht viele Worte zu verlieren. In der Blake-Edwards-Komödie »Unternehmen Petticoat« (USA 1959) muss er sich im Zweiten Weltkrieg als U-Boot-Kommendeur mit Schürzenheld Tony Curtis herumschlagen (am 27.4., 20.15 Uhr auf arte, zwei Wiederholungen).
Wer am Ostermontagmorgen von Schlaflosigkeit geplagt wird, kann sich um 5.30 Uhr im Ersten »Das fliegende Klassenzimmer« (BRD 1973, Regie: Werner Jacobs) reinziehen. In der zweiten Verfilmung des Buches von Erich Kästner spielt Joachim Fuchsberger die Rolle des Klassenlehrers. Der seinerzeit gerne als deutscher Cary Grant apostrophierte Fuchsberger ist auch heute noch, abwechselnd mit Heinz Drache, der diensthabende Kommissar in den Edgar-Wallace-Filmen.
Nach all den Männern – sie sind nun mal den Programmen geschuldet – bleibt noch eine Hauptdarstellerin in einem sehenswerten Film zu empfehlen. Marie Bäumer verkörpert verblüffend authentisch die großartige Romy Schneider in »3 Tage in Quiberon« (15.4., 20.15 Uhr, eine Wiederholung). Sie erhielt für ihren Glanzauftritt den Bayerischen Filmpreis und den Deutschen Filmpreis, die Lola. Der Film bekam die Lola in Gold und in mehreren Kategorien weitere Lolas, etwa an Emily Alef für die beste Regie.

Claus Wecker

Foto: »3 Tage in Quiberon«, © Peter Hartwig/Rohfilm Factory/Prokino

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