Das Deutsche Filmmuseum widmet sich dem »Sound of Disney«

Der Stummfilm war nie lautlos, und es gab natürlich in den frühen Tagen der Filmgeschichte auch Zeichentrickfilme mit Klavier- oder gar Orchesterbegleitung. Doch erst als es gelang, den gezeichneten Figuren eine Stimme und den Aktionen auf der Leinwand punktgenaue Geräusche zu geben, begann der Siegeszug des Zeichentrick- oder – wie wir heute sagen – des Animationsfilms.
Insofern war es eine gute Idee, sich mit einer Ausstellung dem Ton in den Disneyfilmen zu widmen. Denn speziell Walt Disney hat mit der Erfindung des Lichttons, der auf dem Zelluloidstreifen direkt neben die Bildern kopiert wurde, den Zeichentrickfilm zu einer grandiosen Blüte verholfen. Schon sein erster Tonfilm »Steamboat Willie« (USA 1928, R: Walt Disney u. Ub Iwerks) kann als wegweisend gelten.
Ein kleiner, sehr sehenswerter früher Tonfilm von Max Fleischer, einem weiteren Pionier des Trickfilms, ist im ersten Raum zu sehen. Da kann man auf lustige Art erfahren, wie der Ton zum Bild kommt.
Aber zurück zu Walt Disney, der es wie kein anderer verstand, eigene Ideen und besonders auch die seiner Mitarbeiter zusammenzubringen und daraus populäre Filmen mit unvergessenen Figuren zu entwickeln. Er hat schließlich eine Marke geschaffen, die bis heute zu den großen amerikanischen Unterhaltungskonzernen zählt.
Die Ausstellung umfasst die Zeit von 1928 bis 1967 (im Dezember 1966 ist Walter Elias Disney gestorben), und fußt auf »How Walt Disney Animation Is Made«, einer großen, um die Welt gewanderten Schau, die einen Blick in die Disney-Studios bot. Das Münchner Filmmuseum durfte 1963 die Exponate behalten und hat sie jetzt den Frankfurtern zur Verfügung gestellt.
Nun kann die Entwicklung des Studios besichtigt werden. Von den Anfängen in den 30er Jahren, als in zwei Cartoon-Reihen die Disney Künstler/innen die Synchronisation von Musik, Sprache und Toneffekten mit der Animation perfektionierten. Nach Walt Disneys Vorstellung sollte bei den Micky Maus Cartoons die animierte Handlung den Takt vorgeben, während bei den »Silly Symphonies« die Musik die Handlung bestimmte. Perfekte Abstimmung der Musik auf die Filmhandlung kennzeichnet beide Reihen.
Im Mittelpunkt der Präsentation stehen die großen abendfüllenden Animationsfilme von »Schneewittchen und die sieben Zwerge« bis zum »Dschungelbuch«, denen große Wände gewidmet sind. Und zu jedem Werk sind die wichtigen Songs und Musiken zu hören, die sich tatsächlich in vielen Fällen mehr eingeprägt haben, als man geglaubt hat. Natürlich fehlt auch »Fantasia« nicht, jener Höhepunkt der visualisierten Musik, der zwischen Kitsch und Kunst ›the art of Disney‹ auf den Punkt bringt.

Claus Wecker (Foto: Jungle Book, © Disney Enterprises Inc.)

Bis 10. Januar 2021: Di. – So. 10 – 18 Uhr, eine Filmreihe begleitet die Ausstellung im Kino des Hauses.
www.dff.film

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