Darmstadt: Das vierte Sprungturm-Festival verspricht »Love after Love«

Na also, es wird: Das Darmstädter Sprungturm-Festival erlebt 2019 seine vierte Auflage. An zwei Wochenenden im August (15.–17. u. 22.–24.) treten Künstler der verschiedensten Sparten und Nationen auf dem Gelände des Hoffart-Theaters im Martinsviertel der Stadt unter dem Motto »Love after Love« auf. Es ist ein Motto, das subtil die Idee seines im Herbst 2017 verunglückten Gründers und Theater-Aficionados Hanno Hener fortleben lässt. Dass das von ihm und seinem Ensemble Theaterquarantäne 2015 eingeführte Sprungturm-Festival im vergangenen Jahr eine Pause machte, war nicht nur der Trauer um ihn geschuldet, sondern nach dem rasant wachsenden Zuspruch in den Vorjahren sogar von Hener angedacht.
Jetzt aber scheint das von Victor Schönrich, Clemens Braune und Anton Kunze fortgeführte Festival nahtlos anzuknüpfen an seine Vorläufer. Wie gehabt fällt zwei Tage vor dem eigentlichen Beginn der Startschuss zu Füßen des namensgebenden Wahrzeichens am Stadtweiher Woog (13. August). Und schaut man auf das Programm, so fallen einem sofort die vertrauten südamerikanischen Gruppen auf, wie das Baraca Teatro aus Bogota, das an beiden Wochenenden auftritt. Am 16. u. 24. August zeigen die Kolumbianer das von einer homoerotischen Liebe in einer homophoben Gesellschaft handelnde Werk »Un Beso de Dick« von Fernando Molano Vargas, und am 17. u. 22. August handeln sie unter dem Titel »La Casa Clown de Bernada Alba« das berühmte Stück von Federico Garcia Llorca ab.
Bildende Künstler, Performer, Tänzer und weitere Theatergruppen aus Mexiko (Vaca 35 Teatro), Skandinavien (The Mainstream), London (Stonestreet + Schofield / Mulvey), der Schweiz (Collectif Ouinch Ouinch / Simon Crettol), Wien (Steffen Link) und Berlin (Halina Martha Jäkel) reisen mit Stücken, Shows, Performances, Exponaten und zu Workshops in den Räumen und auf dem sich täglich neu gestaltenden Areal des Szenetheaters an. Nicht so weit haben es das Hanauer Ensemble von Awesomblé, das zu »Ein Mord für zwei« (24.) lädt. Und nicht nur aus Frankfurter Sicht verspricht der 23. ganz besonders zu werden: Um 21 Uhr sind die Theaterperipherie mit der Revue »Spaßverderber*innen« (s. Strandgut 2/2019) und ihr folgend um 22 Uhr der aus dem Mousonturm bekannte Performer Dudu Quintanilha mit »Lunatic« zu Gast. Vor und nach den Gastspielen vom Main gibt es echte Hausmannskost: Das Heimspiel »Nichts war, Nichts wird sein, ALLES IST« der Theaterquarantäne gilt in Tanz, Spiel und Farbe der dionysischen Ausdruckskraft des Körpers (19 Uhr). Und das Konzert der großartigen Messerbrüder um 23 Uhr mit Sicherheit auch.

Winnie Geipert (Foto: © Theaterquarantäne)
Termine: 15.–17. August, 22.–24. August im Hoffart-Theater, Lauteschlägerstraße 28a, Darmstadt
www.theaterquarantaene.eu

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