Comoedia Mundi: Das Tangente-Festival hat sein Theaterzelt am Mainufer aufgeschlagen

Erlangen – Frankfurt – Basel – Augsburg: Das sind die Stationen der Zelttournee, die das aus dem fränkischen Trautkirchen kommende Theater Comoedia Mundi in diesem Jahr zwischen April und November absolviert. Mit kleinen Abweichungen – Basel ist dieses Mal neu – geht das seit vielen, vielen Jahren so. Das Frankfurter Gastspiel, obligat für die von Fabian Schwarz und Loes Snijders geleitete Gruppe, hat sein 30-jähriges Jubiläum längst hinter sich. Als »Tangente Festival«, das von befreundeten Künstlern mitgetragen wird, ist es seit dem Jahr 2000 an einem Standort präsent, um den es beneidet wird: am Mainufer, zu Füßen des Filmmuseums, vis-à-vis der Skyline der Bankenmetropole.
Was für eine Kulisse! Und was für ein Gegensatz: High-tech, high-rise, high-life dort drüben, down to earth, um im Neudeutschen zu bleiben, am Sachsenhäuser Ufer. Ein Zelt für 150 Gäste, die auf rustikalen Holzbänken Theater, Kabarett, Lesungen, Jazz und Konzerte genießen können, und das Café Senza Licenza als kulinarische Oase im Ganztagsbetrieb.
Angeführt wird das sechswöchige Festival-Programm – wie im Vorjahr (siehe Strandgut 8/2017) – von der gelungenen Bühnenversion der Tanja-Blixen-Novelle »Babettes Fest«, die der dänische Filmemacher Gabriel Axel 1987 erfolgreich auf die Leinwand brachte. Sie handelt von einer berühmten Pariser Küchenchefin, die nach der Niederschlagung der Commune im Jahre 1871 in ein streng religiöses skandinavisches Dorf flüchtet, dessen Bewohner die misstrauisch beäugte Migrantin à la longue mit ihren Künsten vom reuelosen Genießen zu überzeugen weiß. Ein Fest ist dieses aktuelle Stück auch für Loes Snijders, die nicht nur in der Titelrolle besticht, sondern auch in der Rolle eines Opernsängers brilliert. Neu besetzt sind die Schwestern Martine und Filippa mit Iken Marei Sturm und Christina Schmideder. Auch im Ablauf sei einiges feinjustiert worden, verrät Fabian Schwarz, der selbstverständlich mit auf der Bühne steht. Insgesamt stehen dreizehn Aufführungen des Stückes an.
Nach dem Auftakt noch im Juni mit dem Wu Wei Theater von Angelika Sieburg und Andreas Wellano dreht sich der Festival-Reigen im Juli weiter mit einer Hommage an Hildegard Knef, Anke Jansen & Band mit »So oder so ist das Leben« (6., 7.7.) zelebrieren. Eine Hommage an Kurt Weill reiht sich mit »Ein Weillchen verweilen« ein, das Loes Snijders und der Pianist Christian Jung (25., 26.7.) gestalten. Überdies stehen zweimal Tango »Entre cielo y terra« mit Stefan Grasse und Raphael Kempken (15., 16.7.), einmal Duo »Mbira Meets Voice«, bei dem die Vibraphonistin Izabella Effenberg die Mbira Array spielt und Loes Snijders singt (19.7.) und das um Social-Media kreisende Bewegungstheater »Follow Me« (29. Juli) mit dem Ensemble des Hauses auf dem Programm, bevor das Halali traditionell mit »Au Revoir Frankfurt« (7. 8.) bestritten wird. Mit dem szenischen Erzähltheater-Format »Frau Sonntags Woche« sprechen die Comoedia-Mundi-Macher am 22. Juli und 5. August um 16 Uhr Kinder ab sechs Jahren an. Alle Abendvorstellungen beginnen um 20.30 Uhr.

Winnie Geipert (Foto: © Ralph Brugger)
Bis 7. August
www.comoedia-mundi.de

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