Burgfestspiele Dreieichenhain: Viel Theater auf der Burg Hayn

Das Dutzend wird voll in diesem Jahr. Die 12. Burgfestspiele Dreieichenhain locken mit 28 Programmen zu 36 Vorstellungen im einmaligen Ambiente der Naturbühne der Burg Hayn. Vom 9. Juli bis zum 17. August. Geboten wird ein Mix, der einmal mehr von Jazz bis zur Oper, von Theater bis Varieté die Betonung auf anspruchsvolles Entertainment setzt. Ob dabei der Vorjahresrekord mit über 26.000 Besuchern (Auslastung: 89 Prozent) getoppt werden kann, bleibt für Wolfgang Barth, den künstlerischen Leiter des Festivals, nachrangig. Der »sehr gute« Kartenvorverkauf zeigt ihm indes schon jetzt, dass seine Auswahl wieder den Nerv zu treffen scheint.
Selbst wenn niemand davon ausgehen muss, von der Burg Hayn wieder heimgeschickt zu werden, lassen wir in unserer kleinen Juli-Vorschau die ausverkauften Veranstaltungen außen vor. Wie das Musical »Footloose«, die um eine dritte Schau erweiterte »Italienische Opernnacht«, das Kultduo Henni Nachtsheim / Rick Kavanian, wie Reinald Grebe und die Kapelle der Versöhnung oder auch die vom Neuen Theater Höchst importierten Varieté-Nächte unter Sternen. Was vergessen? Bestimmt. Konstantin Wecker, zum Beispiel.
Die erste Empfehlung des künstlerischen Leiters gilt dem Kölner NN-Theater, das nach seiner Luther-Show im Vorjahr nun in »20.000 Meilen unter dem Meer – Der Sturm« in tragisch-komischer Verquickung und »sehr, sehr frei« Jules Vernes großen Nemo-Roman mit William Shakespeares Spätwerk kombiniert. Was in einem Seebeben enden kann, das sich gewaschen hat und kein Auge trocken lässt (25. Juli).
Dem steht nach dem Vorjahreseindruck aus der Höchster Porzellan-Fabrik die Barock-am-Main-Produktion von Ben Jonsons »Der Alchemist« kaum nach. (15. August). Den geistigen Vater der Quast-Truppe, den großen Molière, gibt es auf der Burg Hayn aber auch: gespielt ausgerechnet vom Neuen Globe Theater aus Berlin. In »Die Streiche des Scapin« geht es ums Geldbeschaffen und um die Liebe. Ein Feuerwerk an Wortwitz und akrobatischen Einlegen mit saftiger Überraschung, kündigt die Bühne ihr neues Kostümstück an (18. Juli).
Michael Quast ist überdies wieder mit seinem À-Trois-Ensemble zu Gast, Sprich mit der wunderbaren Sabine Fischmann und dem kongenialen Pianisten Markus Neumeyer. Nach »Carmen«, »Don Giovanni« und »Die Fledermaus« gibt das unschlagbare Frankfurter Trio nun das Gassenhauer-Singspiel »Im Weißen Rössl«, das trotz aller Liebesblödigkeit seiner Protagonisten an der Frankfurter Oper seine Premiere hatte (12. Juli).
Fischmann und Neumeyer bestreiten überdies mit dem Holzhausen-Quartett Shakespeares »Sommernachtstraum« als Cross over-Kammermusical . Begleitet von Neumeyer und dem Bariton Berthold Possemeyer spielt Fischmann mit Till Krabbe alle 26 Rollen. (5. August.) Einen starken Hinweis verdient auch das abendfüllende Leseformat des Schauspielers Walter Sittler mit Texten von Dieter Hildebrandt (9. Juli) .

Winnie Geipert (Foto: © Philipp Plum)
Vom 5. Juli bis 19. August
www.burgfestspiele-dreieichenhain.de

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