Barock am Main präsentiert »Der Tartüff oder De Deibel in Gestalt« in der Höchster Porzellan-Manufaktur

Wo es um Macht, Einfluss und Vorteilnahme geht, da hat das Heuchlertum Konjunktur. Und zwar von jeher, im Großen wie im Kleinen. Entsprechend zeitlos und ortsungebunden findet auch der größte aller Bühnen-Heuchler sein Publikum. So einen wie Molieres Tartuffe gibt es in jeder historischen Hülle. »De Deibel in Gestalt« umschreibt Barock-am-Main-Autor Rainer Dachselt im Beititel sein Update des großen Hessisch-Tartüff aus dem Jahr 1972 von Wolfgang Deichsel, das vom 10. Juli bis zum 4. August im Hof der Porzellanmanufaktur auf den Spielplan von Barock am Main zurückkehrt. Der Grund dafür liegt allerdings nicht allein in der unkaputtbaren Aktualität des Themas, sondern wesentlich darin, dass sich in diesem Jahr der Geburtstag des 2011 verstorbenen Deichsel zum 80. Mal jährt.
Unter der bewährten Regie von Sarah Groß und an der Seite von Michael Quast als Tartüff sind von Pirkko Cremer bis Alexander Beck, von Katerina Zermankova bis Jakob Hunscha und Ulrike von Kinbach bis Dominik Betz und Gabriel Spagna die bewährten des Barock-am-Main-Ensembles dabei. Mit einer Ausnahme: Erstmals wird auf der Höchster Hofbühne Schauspieler Rainer Ewerrien in der Rolle des dummfanatisierten Hausherrn Orgon zu sehen sein, dessen Vermögen, Tochter und Frau sich Tartüff unter dem Mantel der Frömmigkeit erschleicht. Seine Hessisch-Festigkeit hat Ewerrien zuletzt bei der damals noch fliegenden Volksbühne 2015 in »Loch im Kopp« am Schauspiel unter Beweis gestellt. Wie im Vorjahr werden im Vorfeld der Aufführungen dienstags bis freitags auch Führungen in der Höchster Porzellan-Manufaktur veranstaltet.

gt (Foto: © Maik Reuß)
10. Juli bis 4. August: Di.–Sa., jeweils 20 Uhr, So. 16 Uhr
www.barock-am-main.com

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