19. Türkisches Filmfestival: 27.10.– 1.11. im CineStar Metropolis & Filmforum Höchst

Der Gründer Hüseyin Sitki freut sich heute, dass dieses Festival nun schon zum 19. Mal stattfindet und mit der Zeit stetig gewachsen ist. Mit wenigen Filmen habe er angefangen und seinem Versuch nur ein paar Jahre gegeben, sagte er bei der Pressekonferenz. Aber er habe schon geglaubt, dass es mit Filmen am besten möglich sei, Deutsche, Türken und Deutschtürken zusammenzubringen.
15 Spielfilme aus der Türkei stehen in diesem Jahr auf dem Programm. Viele Dramen, aber auch die Genres Romanze, Familienfilm und Komödie sind vertreten. Eine siebenköpfige Jury, aus deutschen Filmschaffenden bestehend, wird Preise für beste Regie, Kamera, Drehbuch, Filmmusik, Schauspielerin und den besten Schauspieler vergeben.
Das Festival präsentiert auch Filme aus Deutschland, speziell zu den Konflikten, die sich aus der Einwanderung ergeben. So werden das bei seiner Kinoveröffentlichung heiß diskutierte Familiendrama »Nur eine Frau« von Sherry Hormann sowie Mehmet Akif Büyükatalays »Oray« über eine muslimische Scheidung noch einmal in diesem Rahmen gezeigt. Aus Österreich stammt »Womit haben wir das verdient?« von Eva Spreitzhofer. Hier geht es um eine pubertierende Tochter, die Muslima werden möchte.
Das Thema Rechtsradikale in Europa ist den Veranstaltern verständlicherweise besonders wichtig. Dazu kündigen sie »Wir sind jung. Wir sind stark.« von Burhan Qurbani und die französisch-belgische Produktion »Das ist unser Land!« an.
Drei Dokumentarfilme, darunter »Solingen 1993 – 25 Jahre danach« und ein Kurzfilmwettbewerb für Studierende aus Deutschland und der Türkei runden das Filmprogramm ab.
Posthume Ehrenpreise erhalten die Schauspielerin Oya Aydogan und der Musiker Hulki Saner. Für ihren wichtigen Beitrag zum türkischen Kino werden der Musiker Cahit Berkay und die Schauspielerin Meral Cetinkaya geehrt.
Im Rahmenprogramm gibt es auch eine Filmvorführung an einer Schule. Als Besonderheit sei noch erwähnt, dass das Festival mit einem Film in ein Gefängnis geht. Das dürfte in Deutschland einmalig sein und geht auf eine Idee des Festivalgründers und -leiters zurück, der sich im Hinblick auf die aktuellen Ereignisse einen friedlichen Ablauf der dem gegenseitigen Verständnis gewidmeten Veranstaltungen wünscht.

Claus Wecker (Foto: »Nur eine Frau« von Sherry Hormann)
www.turkfilmfestival.de

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