Zaire 74

Kinshasa, Zaire, war 1974 Schauplatz eines der aufsehenerregendsten Schwergewichtsboxkämpfe der Geschichte. The Rumble in the Jungle: George Foreman, der als unbesiegbar galt, gegen Muhammad Ali. Es gibt einen phantastischen Dokumentarfilm dazu, »When We Were Kings«, der sich auch vor den Widersprüchen dieses Spektakels nicht wegduckt. Denn Zaire 74 war auch der Versuch des korrupten Diktators und Ex-Generals Mobuto Sese Seko, sich selbst zu feiern und seine Macht zu zementieren.
Kinshasa jedenfalls war über Tage und Wochen wie in einem Ausnahmezustand. Ein riesiges, dreitägiges Musikfestival wurde als eine Art Rahmenprogramm organisiert, zu dem als Headliner diverse Größen wie James Brown, BB King, The Spinners und The Crusaders eingeflogen wurden. Die Auftritte aller afrikanischen Künstler gerieten indes rasch in Vergessenheit. Doch jetzt ist eine schöne Compilation erschienen, »Zaire 74: The African Artists«, die einen wahren Schatz zum Vorschein bringt. Ikonen des sogenannten »goldenen Zeitalters« kongolesischer Musik sind da auf 2 CDs zu hören, Franco oder Tabu Ley Rochereau etwa. Und die große, stolze Miriam Makeba.

Tim Gorbauch
Zaire 74: The African Artists
(Wrasse Records)

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