Museum für Kommunikation zeigt die besten Comics des Wettbewerbs »Neue Helden braucht die Welt«

Yeti-Ritter, Dream-Girl, Doctor Mömmel

Kriege, Krisen und Konflikte überall: Den wahren Problemen von heute, so viel steht fest, werden Superman, Batman & Co. einfach nicht gerecht. Grund genug für die Frankfurter Bildungsstätte Anne Frank, ihren mit der Investment-Bank William Blair schon zum vierten Mal ausgelobten Kunstwettbewerb für Jugendliche und junge Erwachsene unter das Motto »Welt retten – Superheld*innen für heute« zu stellen. Vor bald einem Jahr schrieb man erstmals einen Comic-Wettbewerb aus; vor gut einem halben, am Anne Frank-Tag (12. Juni), wurden aus über 400 Einsendungen bundesweit die Gewinner und Gewinnerinnen in drei Altergruppen gekrönt.
Bis Mitte Januar zeigt das Frankfurter Museum für Kommunikation in einer Sonderausstellung noch einmal die 21 Siegercomics. Und siehe da: Es gibt kaum ein brisantes gesellschaftliches Thema, das darin nicht zur Sprache und zum Bild käme. Die Themenpalette reicht vom Rechtspopulismus und Ausländerhass über den Arten- und Datenschutz bis hin zu Donald Trump, der mehrfach auftaucht, aber nicht einmal als Held.
Sehr einfühlsam geht der Gewinner-Comic vor. Die Superheldin Dream lässt Menschen, die sich ablehnend gegen Flüchtlinge verhalten, in ihren Träumen deren Schicksale nacherleben und verwandelt damit Vorurteile in Empathie. Die Arbeit kommt aus Oberursel, von den damaligen Siebtklässlern Vivien und Nils.
Im Comic des neunjährigen Lasse aus Hamburg, verhindert ein Yeti-Ritter mit gelbem Ypsilon auf der Brust ein arktisches Drama. Lasses Held stoppt einen Jäger, der gerade dabei ist, für seine Trophäensammlung einen der letzten Eisbären zu erlegen, in dem er ihn durch einen gezielten Wurf vereist. »BAM!« macht es und der Unhold ist festgefroren.
Der Superhelkd der zwölfjährigen Lisa ist ihr eigener Hase, Doctor Mümmel, weil er ihr das Leben angenehm macht und ganze Tage rettet. Schließlich könne man ihn knuddeln, wenn man traurig sei, und ihm alles sagen, was man auf dem Herzen habe.
Aber es gibt noch viel mehr tolleGeschichten, wie die der jungen jüdischen Rennfahrerin Emily Rothschild, die ihren Traum von der schnellsten Frau der Welt wahr macht, wie die der lädierten einäugigen Stoffpuppe Mia, die sich nicht unterkriegen lässt, oder wie die von Gertrud Hadley Jeanett, die 1942 erste schwarze Taxifahrerin in den USA wurde.
Großartig ist auch der Obdachlose an einer Mauer unter dem Superman-Plakat. Als es zu regnen beginnt, rollt das Plakats so stark zusammen, dass der arme Kerl unter ihm im Trockenen bleibt.

Winnie Geipert (Foto: © Lasse Natter)
Bis 14. Januar: Di.–Fr. 9–18 Uhr; Sa., So. 11–19 Uhr
www.mfk-frankfurt.de

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