MfK stellt Preisträger der Docma-Awards aus

Jurek Gralak: Arachnophobic SpidermanDer schöne Schein

Am witzigsten ist der Spiderman. Das Bild zeigt den US-amerikanischen Superhelden in einem düsteren gekachelten Raum panisch vor Angst auf einem von Spinnen bereits eingenetzten Kühlschrank kniend, schlagbereit einen Stuhl in den Händen gegen die anrückenden Feinde. Ein Bild des Jammers. »Arachnophobic Spiderman«, hat Jurek Gralak diese seine Arbeit genannt, die beim jüngsten Fotokunstwettbewerb der Zeitschrift Docma den zweiten Platz in der Kategorie Gesellen errang. Das Thema der jährlichen Ausschreibung im Feld der digitalen Bildbearbeitung lautete dieses Mal »Schein – Sein – Identität«, wobei sich die Teilnehmer selbst als Lehrlinge, Gesellen und Meister einordnen konnten.

Einmal mehr – bis zum 27. August – sind die preisgekrönten Arbeiten jeder der Kategorien nun im Museum für Kommunikation zu sehen. Mehr als 1.000 Werke wurden dafür eingereicht, eine hohe Zahl, die wohl auch dem Thema geschuldet ist. Schließlich sei es heute Trend, sich insbesondere in den sozialen Medien positiv und wunschgerecht in Szene zu setzen, neue Rollen zu spielen und Bilder zu manipulieren, weiß der Docma-Chefredakteur. Dazu passt, dass sich sowohl der 1. Preis in der Kategorie Meister als auch der 1. Platz in der Kategorie Lehrlinge mit weiblichen Schönheitsidealen befassen.  

So unterstreicht das in marshmallow-farbenem Pink und Rot gehaltene Barbie-Modell des Österreichers Werner Burgstaller in der Meisterklasse die Künstlichkeit des von diesem präsentierten Schönheitsideals, in dem er sie inmitten aller ihr zugehörigen Accessoires wie in einer Bonbonniere platziert. Weit weniger wuchtig, dafür umsoElena Helfrecht: Human Doll ansprechender kommt dagegen Elena Helfrechts Azubi-Arbeit in Schwarzweiß daher. Die 21 Jahre alte Freiburger Kunststudentin hat sich zunächst selbst porträtiert, um dann ihr Gesicht mit Ausnahme ihres spitzen knallroten Kussmundes bis zur Unidentifizierbarkeit abzublassen. Die an einem Kugelgelenk geknickte Hand, mit der sie sich dabei die Augen zuhält, gehört einer Puppe. »Human Doll« heißt die faszinierende Komposition in einer sehenswerten Bilderschau, die man auch als ideal Ergänzung zu der Ausstellung »Bin ich schön?« betrachten kann. Dazu muss man nur eine Treppe höher.

Die Ausstellung zeigt neben 15 Bildern im Großformat und drei Bildbänden mit rund jeweils 50 weiteren Arbeiten auch den Gewinner des Bad Pixel Award: Er geht an die schlampigen Werber der Suppenfirma Knorr.

Bis zum 27. August: Di. bis Fr. 9-18 Uhr; Sa., So., 11-19 Uhr

 

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