Kammeroper: »Callas, natürlich!«

Primadonna in der Unitarierkirche

Vor zwei Jahren hat Rainer Pudenz mit seinem Personal der Frankfurter Kammeroper sich die Opernfigur der Carmen mit »Carmen, natürlich« vorgeknöpft. Und den Hype, den diese Rolle auf Interpretinnen und Regisseure auslöst. In der neuen Produktion des Prinzipals steht die Primadonna Assoluta, die legendäre Maria Callas, im Fokus.  Pudenz: »Als intimer und intensivster Ausdruck öffnete ihr Gesang ein Fenster zur Seele und leuchtet hinab: Maria Callas. (…) In manchen Arien, so Callas, muss man wie ein Tier sein. Und in oft nur einer Arie durchlief ihre sängerische Darstellungskraft alle Register: von Schmachten und Verführung bis hin zu Wut und Ekel. Damit wurde sie zum Wunschbild, aber auch zum Fluch aller Sängerinnen« Die Kammeroper will aber auch satirische Seitenhiebe auf die heutige Opern-eventkultur und den Dallaskult austeilen. Mit sechs Sängerinnen (Ingrid El Sigai, Dzuna Kalnina, Velina Bozhilova, Louise Fenbury, Tamara Gerhard und Heidrun Höflinger) wird die Callas als Gegenbild zum gegenwärtigen Hype um schöne Stimmen und als eine radikale Vertreterin eines Musiktheaters der Wahrheit gezeigt. Selbstverständlich mit der Musik von Bellini, Rossini, Verdi, Weill und vielen anderen. Versprochen ist überdies, das griechische O-Wort nicht einmal zu erwähnen. Ungewöhnlich auch der Ort: die Weihehalle der Unitariergemeinde in der Fischerfeldstraße.

gt (Foto: Kammeroper Frankfurt)
Termine: 9., 13., 15., 16., 21.–24., 28.–30. April, jeweils 20 Uhr
www.kammeroper-frankfurt.de

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