Isolation Berlin

Welch ein Beginn! Ein verschlepptes Schlagzeug auf langen Haltetönen der Orgel, der Bass, der sich sparsam einblendet. Dann der Gesang, der ein bisschen aus der Zeit gefallen scheint, ein junger Bariton, der zuerst nüchtern deklamiert, sich bald aber dem Himmel entgegenstreckt, die Faust ballt, sich krümmt und schreit: »Ich bin ein Produkt. Ich will, dass ihr mich schluckt, dass ihr mich konsumiert, euch in mir verliert. Ich will, dass ihr mich liebt. Und auch die ganze Welt. Ich lebe für Applaus. Bis der Vorhang fällt.« Vor Monaten wurde das Debütalbum von Isolation Berlin in allen Feuilletons, völlig zurecht, als das nächste große Ding gefeiert, als Amalgam aus der heiseren Dringlichkeit Rio Reisers und dem Spracheigensinn Andreas Spechtls von Ja, Panik, aus Sonic Youth, Pavement und Sven Regener. Nun sind Isolation Berlin im Zoom zu Gast.

tg
Mi., 5.10., 21 Uhr, Zoom, Frankfurt, Brönnerstr. 5-9, zoomfrankfurt.com

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