GroKo (89)

Die Gesellschaft für Deutsche Sprache ist auch so ein Verein, den man ersatzlos streichen kann. Nicht genug, daß diese Schlingel bei der sogenannten Rechtschreibreform vollständig versagt haben, sie küren auch noch (Un-)Wörter des Jahres. Diese tun so, als seien sie Volkes Mund abgelauscht – nur daß das Volk daran meist nicht beteiligt ist. Keiner von uns wußte zum Beispiel, daß es »Wutbürger« gibt – und dann war man plötzlich einer und schon deswegen – und von allem anderen abgesehen – geneigt, »Stuttgart 21 ist doof« zu skandieren.

Nun ist »GroKo« Wort des Jahres geworden. Die Annahme das »Große Kotzen« sei gemeint, bringt einen blitzschnell zur »jungen« Generation der Sozialdemokraten und so zur »Großen Koalition«, die bei den Jusos verwunderlicherweise das »Große Kotzen« hervor gerufen hat. Verwunderlich deswegen, weil der Wahlverlierer dem Wahlsieger sein Wahlprogramm derart heftig aufgedrückt hat, daß eigentlich die CDU-Mitglieder hätten befragt werden müssen, ob sie dem zustimmen oder nicht.

Das alles muß die GfDS (eigenes Acronynm der Deutschheger und leicht zu verwechseln mit GZSZ) sehr amüsiert und zu heftigem Klopfen auf flanellgewandete Oberschenkel animiert haben.

Die GroKo selbst läßt einen ratlos und SoWiAEga (Sowieso Alles Egal) zurück. In dieser Regierung sitzt niemand, der wirtschaftsfreundlich gestimmt ist – und keiner hat groß Ahnung von irgendwas; selbst Schäuble ist mittlerweile bräsig und überheblich geworden. Zweimal wurde dabei der Bock zum Gärtner gemacht: Gabriel, als Minister für »Wirtschaft und Energie«, und Nahles, als Ministerin für »Arbeit und Soziales«, verfügen über das größte Verschwendungspotential, was aber sicher von Frau von der Leyen als Verteidigungsministerin durch Reduzierung der Truppe auf die Hälfte preiswert »gegenfinanziert« wird.

Im Juni 2013 haben einige Regierungsmitglieder bzw. -aspiranten für die FAS einen Fragebogen ausgefüllt. Frage 1 war: Welches Buch nehmen Sie zur Hand, wenn Sie nicht mehr weiterwissen?

Es antworteten: Ursula von der Leyen – das Telefonbuch in meinem Handy; Andrea Nahles – Heinrich Heine, Sämtliche Werke; Manuela Schwesig – Ich rede mit meinem Mann; Peer Steinbrück (großspurig wie immer) – den Brockhaus; Rainer Brüderle fand Luthers Tischreden inspirierend; Jürgen Trittin (Hurra, er ist weg) – früher das Kursbuch heute Google Maps; Peter Ramsauer (Hurra, er ist weg) – die jeweilige Betriebsanleitung; IM Gregor Gysi (Schade eigentlich) – Goethes Faust; Ilse Aigner – Bücher mit alten Lebensweisheiten.

Nicht beteiligt waren Wolfgang Schäuble und Angela Merkel. Aber aus gguK wissen wir, er hätte vermutlich die »Buddenbrooks« genannt und sie den »Schimmelreiter«. Originell und humorvoll, nicht wahr? Was hätten Sie gewählt? Schreiben Sie uns unter leserbriefe@strandgut.de.

Kurt Otterbacher

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