Gravity (Start: 3.10.2013)

Gravity (Start: 3.10.2013)Ganz weit draußen

»Gravity« von Alfonso Cuarón

Wie schön ist doch die Erde! Vor allem, wenn man sie aus dem Weltraum betrachten kann. Die linke Bildhälfte nimmt sie ein, rechts kommt ein Space-Shuttel angeflogen, an dem sich zwei Astronauten bewegen. Wie Spielzeugfiguren schweben sie durch den schwerelosen Raum. Sehr, sehr weit von der Erde entfernt.

»Gravity«, der Film des Mexikaners Alfonso Cuarón, beginnt ohne Umschweife im Weltraum und handelt von dem Drama, lebend wieder in die Schwerkraft und Sauerstoffatmosphäre der Erde zurückzukehren. Die Medizintechnikerin Dr. Ryan Stone (Sandra Bullock) ist dabei, eine Reparatur außen an dem Shuttle durchzuführen, während ihr Begleiter Matt Kowalsky (George Clooney) um die Raumstation herum schwirrt, weil er den Rekord des längsten freien Aufenthaltes im All brechen will. Aus dem NASA-Zentrum in Houston kommt der Befehl, sich sofort in die Station zu begeben, da ein zerborstener Satellit auf sie zurast. Doch da fliegen die Teile auch schon den beiden (und uns) um die Ohren. Der Shuttle geht in Brüche, samt Besatzung, und als die Verbindung mit Houston abreißt, sind Stone und Kowalsky auf sich gestellt. Sie können nur hoffen, die Gefahr zu überstehen.

Anderthalb Stunden geht der Existenzkampf, anderthalb Stunden werden wir mit wunderbaren Weltraumbildern versorgt. In 3D scheinen wir durch den Weltraum mitzuschweben und sehen etliches auf uns zufliegen (der 3D-Effekt schlechthin). So soll der große Experte des Verfahrens, James Cameron (»Avatar«), auch bemerkt haben, »Gravity« sei der Weltraumfilm, auf den er schon lange gewartet habe. Doch bei aller Darstellungskunst von Sandra Bullock, die Angst, Trauer, Panik und Verzweiflung auszudrücken vermag, kann »Gravity« die Spannung nicht durchgehend halten. Denn die Überlebensprobleme im All sind weit von uns entfernt.

Man darf auch bezweifeln, dass die tapfere Ryan Stone in einem russischen und später in einem chinesischen Raumschiff mit den Instrumenten so gut zurecht kommt. Doch das Ende, das hier nicht verraten werden soll, ist einfach grandios. Da scheint es, als erzähle der Film eine Schöpfungsgeschichte. In einfachen, eindringlichen Bildern. Und wie um diese These zu bestätigen, hat der Regisseur im Nachspann eine Danksagung an seine Mutter untergebracht.

Claus Wecker

GRAVITY (3D)
von Alfonso Cuarón, USA 2013, 90 Min.
mit Sandra Bullock, George Clooney, Basher Savage, Eric Michels
Science-Fiction-Drama
Start: 03.10.2013

 

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