Gold (Start: 15.8.2013)

Gold (Start: 15.8.2013)Der lange Weg

der Nina Hoss

»Gold« von Thomas Arslam

Ein deutscher Western, der von der Romantik der Karl-May-Filme ebenso weit entfernt ist wie von Parodie oder zeitgemäßem Zynismus, das ist schon bemerkenswert. Im neuen Film des Berliner Filmemachers Thomas Arslan geht es ähnlich lakonisch zu wie in seinem vorangegangenen Werk, dem Gangsterfilm aus dem Berlin der Gegenwart, »Im Schatten«.

»Gold« spielt zu Beginn des 20.Jahrhunderts. Der Film folgt einem Trupp von deutschen Auswanderern in die USA, die auf ihr Stück vom Kuchen des Goldrausches im hohen Norden hoffen. Dabei beweist der ›on location‹ gedrehte Film ein Gespür für die Landschaft ebenso wie für die Strapazen, die mit dem Treck verbunden sind. Er lässt sich Zeit für die alltäglichen Dinge, was den Zuschauern, die mit dem Western-Genre Action verbinden, Schwierigkeiten bereiten dürfte. Wenn er einmal auftauchende Indianer nicht als blutrünstige Wilde zeigt, sondern als an den Rand gedrängte Bevölkerung, der nichts übrig bleibt, als das Spiel des Weißen Mannes mitzuspielen und ihm für ein paar Dollar Informationen über den Weg anzubieten, dann ist der Film durchaus für Überraschungen gut. Die vermisst man leider bei der Figurenzeichnung. Dass der von Peter Kurth gespielte Organisator des Trecks sich ebenso als eine negative Figur erweisen wird wie der von Uwe Bohm verkörperte Journalist, ist bald abzusehen. In dieser Hinsicht ist »Gold« dem vor zwei Jahren kurz in den deutschen Kinos gelaufenen »Meek’s Cutoff« von Kelly Reichardt unterlegen. Sehenswert ist er trotzdem, nicht zuletzt auch, weil er Nina Hoss eine weitere starke Frauenrolle bietet.

Frank Arnold
GOLD
von Thomas Arslan, D 2013, 101 Min.
mit Nina Hoss, Marko Mandic, Uwe Bohm, Lars Rudolph
Drama
Start: 15.08.2013

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