Frankfurter Lyriktage vom 22. Juni bis 1. Juli

Tiger, Tiger und andere Gedichte

Einen Elfenbeinturm gibt es nicht in der Stadt. Der wird auch nicht gebraucht für die Frankfurter Lyriktage 2017 und würde dem erwarteten Interesse für den bereits zum fünften Mal stattfindenden Literatur-Event wohl auch weder gerecht werden noch standhalten. Und dieser geht, folgt man der Kulturdezernentin Ina Hartwig, nicht mehr mit »Ergriffenheit als Haltung« einher, sondern der Erwartung spielerischer Magic Moments. Das einstige Stiefkind der Gattung ist längst wiederentdeckt und zeigt sich so agil wie experimentierfreudig.
Nahezu 100 Veranstaltungen an 36 Orten mit bedeutenden Stimmen der deutschsprachigen und internationalen Gegenwartslyrik stehen vom 22. Juni bis zum 2. Juli in und um Frankfurt an. Weil das Ereignis, wie so vieles, vom KulturFonds FrankfurtRheinMain gefördert wird, ist die ganze Region involviert, selbst im Odenwald finden Veranstaltungen statt. Und die reichen vom wildwestigen »Gold. Revue Live-Hörspiel« mit dem omnipräsenten Jan Wagner und Musik von Ingo Koch im Gallus-Theater (26. Juni, 20 Uhr) bis hin zum gemeinsamen Auftritt des britischen Beat-Poeten Michael Horowitz mit der »William Blake Klezmatrix-Band« und Vanessa Vie zur der ultimativen Vereinigung von Dada, Poetry, Jazz und Klezmer. Titel »Tiger, Tiger, burning bright« (24. Juni, 20 Uhr, HfMDK).
Eröffnet werden die Lyriktage im Dominikanerkloster (20 Uhr) mit einem Lesungskonzert von Carola Bauckholt, Jan Wagner und dem Ensemble Modern. Und beschließen wird es nach zehn aufregenden Tagen die »Frankfurter Lyriknacht« in der Evangelischen Akademie, mit Konstantin Ames, Nico Bleutke, Norbert Hummelt, Dagmara Kraus, Ursula Krechel Steffen Popp, Ilma Rankusa und Ron Winkler.

gt (Foto: Team »Gold. Revue Live-Hörspiel, © Deutschlandfunk David Golyschny)

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