Frankfurt LAB präsentiert »Materia Prima«

Besinnung auf Rohstoffe

Insgesamt 57 Künstler sind eingespannt: 33 Tänzer, 15 Musiker, 6 Choreografen und 3 Komponisten erforschen in einem interdisziplinären Experiment neue Formen der Zusammenarbeit zwischen den Künsten. Unter dem Titel »Materia Prima« (Rohstoff, Grundstoff) ist das Ergebnis nun im Frankfurt LAB, Schmidtstr. 12,  zu sehen. Dabei spiegeln die sechs für das Projekt ausgewählten Choreografen Regina van Bergel, Roberto Castello, Luc Dunberry, Ayman Harper, Dieter Heitkamp und Kristel van Issum aufgrund unterschiedlicher Arbeitsweisen und differenzierter Tanzstile verschiedene Facetten des neuen europäischen Tanzes wider.
Ein Schlüsselbegriff für den Arbeitsprozess lautet »Stigmergy«, Ausdruck für eine indirekte Koordination zwischen Agierenden und/oder Aktionen. Das Prinzip dabei ist, dass die Spur, die von einer Aktion in einem Umfeld hinterlassen wird, die Performance der ihr folgenden Aktion beeinflusst. gleichzeitig jedoch jeder seine volle schöpferische Autonomie behält. »Stigmergy« ist eine Form von Selbstorganisation, die eine komplexe, scheinbar intelligente Struktur ohne Notwendigkeit für Planung, Kontrolle oder direkte Kommunikation zwischen den Agierenden produziert. Die musikalischen Impulse dazu geben fünf Intermezzi des Komponisten Manfred Trojahn. Sie sind der Nährboden für den von Trojahn selbst wie von den Brüdern Teichmann musikalisch begleiteten kreativen Prozess. Alle Beteiligten agieren in den Grenzbereichen von Klang und Bewegung, und begeben sich auf die Suche nach den Gemeinsamkeiten und den Unterschieden von Tanz und Musik.
Auch das Raumkonzept ist besonders: Die Zuschauer sind auf drei Seiten und das Orchester auf der vierten Seite platziert. Entwickelt und ausgeführt wird das Projekt mit Studierenden und Stipendiaten von ZuKT_BAtanz an der HfMDK und IEMA (Internationale Ensemble Modern Akademie).

Walter H. Krämer (Foto: © Valentin Fanel)
Termine: 2., 3., 4. Juni, jeweils 19.30 Uhr
www.frankfurt-lab.de

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