Ein Lied für Frankfurt

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Das Neue Theater Höchst feiert sein 25-Jähriges

War das nicht erst vorgestern, wird sich mancher die Augen reiben? Feiert das Neue Theater Höchst im September wirklich das 25-jährige Jubiläum? Schön, wenn man sich jung fühlt, aber die Sache ist Fakt. 1986 wurde das Neue Theater Höchst (NTH) im Bau des einstige Excelsior-Kinos gegründet und im September darauf, vor exakt 25 Jahren, eröffnete es seine erste Saison.

Blickt man nun zurück, dann ist es eines der herausragenden Verdienste, die Tradition des Varieté wiederbelebt zu haben. Nicht nur für Rhein-Main und mehr als ein Jahr vor dem Tigerpalast. Nach dem legendären Hansa Theater in Hamburg ist das Neue Theater Höchst Deutschlands ältestes Varieté-Haus. Vieles hat sich seither allerdings verändert im Programm wie im Geschmack der Gäste. Auf Frankfurts renommiertester Kleinkunstbühne dominiert inzwischen eindeutig das Kabarett mit seinen artverwandten Ausläufern, zu denen inzwischen selbst Comedy gehört, wenngleich unter bestimmten Voraussetzungen. Sinnfreien Ulk überlasse man gerne anderen, sagt Ralf Ebert, der künstlerische Leiter.

Wir könnten mit ihm nun aufzählen, welche Größen dem Haus seit der ersten Stunde die Treue halten, gar hier entdeckt worden sind. Und kämen zu keinem Ende. Begnügen wir uns damit, darauf hinzuweisen, daß Badesalz drei Wochen en suite vor ausverkauften Rängen spielte. Und daß auch das vorläufige Frankfurter Fronttheater mit Matthias Beltz, Hendryke von Sydow und Dieter Thoma sich fest in den Annalen verankert hat.

So viel ist klar: Sabine Fischmann, die das Jubiläumscover schmückt, gehört nicht zu jener heimischen Garde, was sie sich zu Recht wohl schon alterstechnisch verwehren würde. Da sie aus München kommt und in Erlangen aufgewachsen ist, gilt die Schauspielerin und Musikerin indes längst als Frankfurter Vorzeigebeispiel einer geglückten postmigrantischen Integration.

Mit ihrem Mann Ali Neander, der dazu gewiss beigetragen hat, und mit Markus Neumayer bestreitet Fischmann die Jubiläums-Schau »Oh Francoforte« am 19. Oktober. »Es ist unser Geschenk« an das Neue Theater Höchst, verspricht sie eine weitgehend offene vergnügliche »Bembeltown-Show« mit Musik, ein paar Sketchen, mit Gästen vielleicht und Spielen. Und mit reichlich Lokalkolorit des modernen Frankfurt. »Eines unserer Ziele wird es sein, mit den Besuchern das ultimative Frankfurt-Lied zu kreieren, in dem sich sämtliche Generationen, Gruppen und Ethnien wiederfinden können.«

Am Tag drauf, dem 20ten, öffnet das Theater seine Pforten zum Tag der Offenen Tür mit einer Bilderausstellung »25 Jahre Theater Höchst«. Gleichwohl fängt die Jubelsaison schon am 1. und 2. September mit Henni Nachtheim an. Neben dem Badesalzer, dem allein im September und unter vielen anderen noch die Neuköllner Truppe  Ades Zabel & Company (7./8.), Voker Pispers (11./12.), Django Asül (15./16.), Andreas Rebers (15./16.) und Richard Rogler (29.) an. Daß Wigald Boning den Oktober eröffnet (1.), läßt ahnen: es geht so weiter. Herzlichen Glückwunsch nach Höchst. Auch für den neuen Internetauftritt www.neues-theater.de.

Winnie Geipert

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