Die Passagierin kehrt zurück

Oper Frankfurt nimmt nach drei Jahren Mieczyslaw Weinbergs Meisterwerk wieder auf

Drei Jahre nach der Premiere und exakt 100 Jahre nach der Geburt ihres Schöpfers nimmt die Oper Frankfurt Mieczyslaw Weinbergs (1918–1996) große Oper »Die Passagierin« (siehe Strandgut 3/2015) wieder auf. Das bereits 1968 vollendete Werk des jüdischen Polen, der den zweiten Weltkrieg im russischen Exil und Stalins Terror dort dank der Protektion von Dmitri Schostakowitsch überlebte, wurde erst vor wenigen Jahren entdeckt und 2010 in Bregenz szenisch uraufgeführt. In Frankfurt inszenierte der inzwischen zum Intendant des Schauspiels avancierte Anselm Weber diese Oper. »Die Passagierin« basiert auf der gleichlautenden Novelle von Zofia Posmysz, die 1945 aus dem KZ Ravensbrück befreit wurde, und handelt von der Wiederbegegnung der Überlebenden Marta mit ihrer Aufseherin Lisa auf einem Ozeandampfer. »Weinberg arbeitet mit vielen möglichen Kunstgriffen, lässt deutsche, russische, jiddische Sprachfetzen einfließen und erreicht auch auf diese Weise eine atemberaubende Dichte der Komposition«, schrieb unser Experte Bernd Havenstein. In den Titelrollen der Wiederaufnahme sind Katharina Magiera (Lisa) und Jessica Strong (Marta). Die musikalische Leitung hat Leo Houssain. Zur Aufführung gibt es deutsche und englische Übersetzungen.

gt (Foto: © Barbara Aumüller)
Termine: 18., 24. März, jeweils 20 Uhr; 30. März, 18 Uhr

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