Darmstadt/Wiesbaden: »Kreationen« von Cerrudo und Verbruggen

Halsbrecherisch auf Spitzen

Als Gäste des Hessischen Staatsballetts stellen zwei internationale Top-Choreografen, der Spanier Alejandro Cerrudo und der Belgier Jeroen Verbruggen, ihre neuesten Arbeiten mit Tänzern des Ensembles von Tim Plegge in Uraufführungen vor. Der zweiteilige Ballettabend »Kreationen« im Zeichen der längst renommierten Künstler gastiert zunächst am Staatstheater Darmstadt, um Ende März ins Schwesterhaus nach Wiesbaden zu wechseln. »Zwischen Klassik und Avantgarde, zwischen dem Willen zum Träumen und der Verkörperung innerer Bilderwelten« begäben sich die beiden Choreografen auf »die Suche nach Neu- und Wiederanfang und nach etwas, das so nicht dagewesen ist, aber vielleicht immer im Werden begriffen war«, heißt es etwas sehr verrätselt im Programm.
Klar ist, dass Cerrudo sich unter dem floskelhaft leichten Titel »Now and Then«, was man mit »ab und an« übersetzen kann, von der Welt des Films inspirieren lässt. Schon die Auswahl der Musik, die von Ron Kolar (»The Detour«) über den »Victoria«-Komponisten Nils Frahm bis zu Charly Chaplin und dem gebürtigen Frankfurter und Oscar-Preisträger Hans Zimmer stammt, spricht für eine sehr weite Lesart des schon im Jahr 2009 zum Haus-Choreografen der Hubbard Street Dance Company in Chicago avancierten einstigen Tänzers. Nach einer Tanzausbildung in der Heimat begann er übrigens seine Laufbahn als Choreograf vor knapp 20 Jahren in Stuttgart. Vielleicht knüpft »Now and Then«, von der Dramaturgin Lisanne Wiegand im »Darmstädter Echo« als »weich und lyrisch getragen« angekündigt, ja an seine Arbeit »PacoPepePluto« an, die von Dean Martins Somgs getragen war und schon mehrmals in Deutschland zu sehen war.
Wie der 1980 geboren Madrilene zählt auch sein Kollege Jeroen Verbruggen trotz bereits erworbenen Renommees noch zu den Jungen des Genres. Mit seiner Choreografie »The Great Trust« zu den nordischen Klängen des schwedischen Komponisten Stefan Levin, steht jedenfalls ein Kontrastprogramm zu erwarten. Der von Wiegand als »Bilderstürmer« charakterisierte Belgier versuche in seinen Arbeiten Tradition mit Moderne zu verbinden und präsentiere dem Publikum eine ausschließlich auf Spitzen getanzte halsbrecherische Choreografie.
Verbruggen hat seine Karriere als Tänzer, die ihn unter anderem auch zu Jan Fabre führte, vor knapp vier Jahren beendet und machte als freier Choreograf gleich mit einer eigenen Version des Ballettklassikers »Der Nussknacker« in Genf auf sich aufmerksam. Für Darmstadt sind bis zum Ende des Spieljahrs zehn, für Wiesbaden acht Vorstellungen angesetzt.

Termine Darmstadt: 17., 23. Februar, 3. März, jeweils 19.30 Uhr (Premiere Wiesbaden 29. März)
www.hessisches-staatsballett.de
Foto: © De-Da Production

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