Cuba im Film – Festival de Cine Cubano

11. bis 20. Mai im Filmforum Höchst

In dem zum 22. Mal stattfindenden Filmfest, dem einzigen seiner Art in Europa, werden in diesem Jahr zwölf Spiel- und Dokumentar- sowie elf Kurzfilme zu sehen sein. Im Rahmen des mit dem 3. Welt Haus von der örtlichen VHS veranstalteten Festivals wird am 17. Mai der Kurzfilmpreis »Junger Cubanischer Film« an Yimit Ramírez für seinen Film »Metaperros« verliehen. Der Preisträger wurde zusammen mit dem 60-minütigen Programm der Vorstellung von Studierenden der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden ausgewählt.

Als Gäste werden im Verlauf der Festivaltage der Schauspieler Luis Alberto Garcia – »das Gesicht des kubanischen Films« ist gleich in drei Filmen vertreten –, Lester Hamlet, der Regisseur des Eröffnungsfilms, und die junge Regisseurin Patricia Ramos erwartet.
Migration und Rückkehr und die damit verbundenen Erfahrungen bilden den Hintergrund für Lester Hamlets »Ya no es antes« (2016) zu Beginn des Filmfests. In Havanna gewann das Drama auf dem Festival des neuen lateinamerikanischen Films den Publikumspreis, und Hauptdarsteller Luis Alberto García wurde für die beste männliche Hauptrolle ausgezeichnet.
Luis Alberto García ist ferner in Jessica Rodriguez‘ Episodenfilm »Espejuelos oscuros« (2015) zu sehen sowie in »Vientos de la Habana« (2016), Felix Viscarrets spanisch-kubanischer Großproduktion nach dem Buch »Vientos de cuaresma« (deutscher Titel »Handel der Gefühle« aus der Reihe »Havanna Quartett«) des kubanischen Erfolgsautors Leonardo Padura.
Patricia Ramos zeigt in »El Techo« (2017) auf vergnügliche Weise die junge Generation, die sich mit den neuen Möglichkeiten für kleine Selbständige vertraut zu machen versucht. Fernando Pérez, der durch Dreharbeiten verhindert ist, hat sein neuestes Werk »Últimos días en La Habana« (2016), das auf der diesjährigen Berlinale gelaufen ist, nach Frankfurt geschickt. Die  Musikfilme »Playing Lecuona« (2015) von Pavel Giroud und Juanma Villar Betancourt über Ernesto Lecuona, den Übervater der kubanischen Musik, sowie »Cuba Jazz« (2016) des Brasilianers Max Alvim über die junge Generation von Jazzmusikern in Cuba, sind nicht nur Musikliebhabern zu empfehlen.
Im diesjährigen Schwerpunkt »Cuba von außen« wird noch einmal zurückgeblickt auf Filme, die zeigen, wie groß in den ersten Jahren der Revolution das Interesse europäischer und amerikanischer Intellektueller und Filmschaffender an der Transformation der kubanischen Gesellschaft war. Beispielsweise erzählt Agnes Varda mit eigenen Fotos in ihrem Dokumentarfilm »Salut les Cubains« (1963) von einem vibrierenden Havanna, von beschwingter Körperlichkeit und der Zuckerrohernte und mit einem leicht ironischen Unterton von den Reden Fidel Castros. Der sowjetische Regisseur Mikhail Kalatozov (»Wenn die Kraniche ziehen«) drehte mit kubanischen Technikern und Schauspielern den berühmt gewordenen »Soy Cuba« (1964), der vom russischen Revolutionskino eines Eisenstein oder Pudowkin beeinflusst war. Der DDR-Regisseur Kurt Maetzig erzählte 1964 in seinen Film »Preludio 11« eine Agentengeschichte im Kalten Krieg aus sozialistischem Blickwinkel. Im Jahr 2003 interviewte Oliver Stone zwei Tage lang Fidel Castro zur Geschichte der Revolution, zur Situation in Kuba, zu seinen politischen Überzeugungen, Kultur-Fragen und schließlich auch zu seinem Privatleben und machte daraus den 90-minütigen Dokumentarfilm »Commandante«.
Kubanische Gäste sowie einige Filme werden im Rahmen einer Tournee des Festivals auch in Hamburg (Kino 3001), Berlin (Babylon), Saarbrücken und in Weiterstadt (Koki) zu sehen sein.

cw (Foto: »Últimos días en La Habana«, 2016)
www.cubafilm.de
www.filmforum-höchst.de

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