Comoedia Mundi gastiert mit großem Programm (2.7.–6.8.) am Mainufer

Ulenspiegel (Foto: Ralph Brugger)Der Rückkehr des Ulenspiegels

Sechs Wochen im Jahr nur hat Frankfurts lieblichstes Café im Jahr geöffnet: das »Senza Lizenza« zu Füßen des Filmmuseums am Sachsenhäuser Ufer. Jetzt ist es wieder soweit. Die lauschige grüne Ecke mit Skyline-Blick hat schon viele neugierig gemacht darauf, was da nebenan in dem großen blauen Besucherzelt der Erlanger Wandertruppe Comoedia Mundi allabendlich passiert. Für die Ortsvertrauten aber, darf man nach mehr als 25 Frankfurter Sommern (seit 1987) stark annehmen, ist das »Senza Lizenza« das untrügliche Zeichen, dass das Tangentefestival sein jährliches Bühnenfeuerwerk zündet: mit Theater, Jazz, Klassik und Literatur, bei weitem nicht nur für Erwachsene.
Im Zentrum des neuen Programms steht noch einmal die Geschichte des nur vermeintlichen Spaßvogels »Ulenspiegel«, nach dem Weltroman von Charles de Coster aus dem 16. Jahrhundert. Dass sich in den Narreteien des flämischen Protagonisten ein unbändiger Freiheits- und (Über)Lebenswille in einem der dunkelsten Kapitel der Geschichte Europas Ausdruck gibt, das hat so mancher erst richtig während der Aufführung kapiert. Die mit dramatischen, komischen, aber auch sehr poetischen Szenen gekonnt jonglierende Inszenierung vom Herbert Fischer hatte im Vorsommer – auch bei uns (Strandgut 08/2013) – eine derart gute Resonanz, dass Comoedia-Chef Fabian Schwarz sie nun leicht gestrafft (»reloaded«) wieder aufgelegt hat. Zumal er mit den hochgelobten Patrick Berger und Merle Lisek seine beiden Jungstars wieder an Bord haben kann.
Dass die Comoedia Mundi weit weg vom TV-Comedy siedelt erhellt auch der zweite und neue Beitrag des Ulenspiegel-Regisseurs Herbert Fischer. Mit »Halleluja oder Liturgie vom Soldaten« bringt er (25./26. Juli, 20.30 Uhr) mit Judith Rohr und Tiziana Rosa ein theatralisch-musikalisches Projekt auf die Zeltbühne, das eindringlich an die Kriegseuphorie zu Beginn des ersten Weltkriegs erinnert. »Ein Blick auf die Soldaten von solchen, die nie Soldaten waren«.
Unter dem Titel »Op des fiets« stellt die Schwarz-Partnerin und Sängerin und Komponistin Loes Snijders zusammen mit dem Norbert Emminger Jazz-Quartett am 27./28 Juli (20.30Uhr) ihr neues Programm vor. Und mit Ulrike Möckel gestaltet die vielseitige Künstlerin einen so genannten Ohrenabend »Erwischt« über kleine Lügen und andere Beziehungsfragen mit Texten von Roald Dahl, Wilhelm Busch, Alberto Moravia und anderen.

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Termin: 2. Juli bis 6. August www.comedia-mundi.de

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