Ausblick Internationales Theater:
»Faust« zweisprachig mit Aimée Rose

Vom Gretchen zum Escort Service

»Gewalt! Gewalt! … Was Gewalt heißt, ist nichts: Verführung ist die wahre Gewalt.« Die das sagt, heißt Emilia Galotti. Der es ihr in den Mund legte, war Gotthold Ephraim Lessing. Das nach der Protagonistin benannte Stück hatte seine Premiere 1772. In dem Jahr also, in dem Goethe an seinem Urfaust zu basteln begann.  
Für die Regisseurin Anne Hasselberg und ihr Ensemble Aimée Rose ist Emilias Erkenntnis die Essenz des großen Goethe-Dramas »Faust« und zugleich als universeller Schlüssel zum Verständnis der Welt ein Synonym für Macht in jeder Hinsicht und in jeder Dimension. Dabei werden sowohl der Mephisto als auch Faust und selbst das mit Lust und Unschuld reizende Gretchen decouvriert und Parallelen zwischen der Mystik, den Gelehrten und der Kirche in Goethes Zeit zu Investment-Banker, Juristen und Escort-Damen heute gezogen.
»Das Prinzip Verführung/FAUST/ Sweet seduction« titelt das neue Stück, das Hasselbergs Gruppe als bilinguales Projekt mit der Theaterfakultät des College of Liberal Arts der Purdue University in West Lafayette, Indiana (uff!) realisiert und nun als Collage präsentiert. Alle Szenen werden nicht nur sprachlich gedoppelt, sondern auch unterschiedlich interpretiert, sodass es alle Rollen in Doppelbesetzung gibt, wobei Aimée-Rose-Kenner mit Silke Simon als Mephisto, Samir Gjikic als Faust und Birgit Thys als Gretchen des deutschsprachigen Parts vertraut sein dürften.

Termine: 19., 20., 21. Juni, 19.30 Uhr
www.internationales-theater.de

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