Africa Alive vom 3. bis 19. Februar in Frankfurt

Der Eröffnungsfilm der 22. Ausgabe ist »Mörbayassa« (2014) von Cheik Fantamady Camara. Der Regisseur, der in Frankfurt als Gast erwartet wird, erzählt darin die Geschichte einer jungen Frau, die nach ihrer Tochter in Europa sucht.
Das Festival widmet sich unter dem Titel »Generation Change« dem Generations- und hoffentlich damit verbundenen Politikwechsel in Afrika. Denn in vielen Ländern erhoben sich in den letzten Jahren Proteste gegen die Machthaber, die gegen den Willen von Bevölkerung und Verfassung regierten. Burundi, die Demokratische Republik Kongo (Kinshasa) und Kamerun
sind einige Beispiele dafür. Der Senegal erlebte 2012 massenhafte Jugendproteste, bei denen der seit 12 Jahren amtierenden Präsidenten Abdoulaye Wadé, der eine weitere Amtszeit anstrebte, verjagt wurde. Der Machtwechsel Ende 2014 in Burkina Faso ging auch von einer Initiative des Volkes aus.
Wichtig für die Bürgerbewegungen in beiden Ländern war unter anderem die Rolle der Musik, insbesondere des Rap und des Hip Hop. Davon künden die Filme »Eine afrikanische Revolution« (2014), »Boy Saloum« (2013) sowie das Kurzfilmprogramm mit African HipHop. Auch in den Filmen »The Beats of the Antonov« (2014) und »A peine j’ouvre les yeux« (2015) von Leila Bouzid geht es um musikalischen Protest.
Auf positive Entwicklungen in der Vergangenheit weisen Christophe Cupelin mit »Capitaine Thomas Sankara« (2014) und Michel K. Zongo mit »La sirène de Faso Fani« (2015) hin. Dagegen beschäftigt sich »Examen d’etat« (2014) mit der ausweglosen Situation der nicht privilegierten, kongolesischen Jugend.
Jean-Pierre Bekolos vierstündiger Dokumentarfilm »Les choses et les mots de Mudimbe« über den kongolesischen Literaturwissenschaftler und Philosoph Valentin-Yves Mudimbe läuft als Special Screening. Die Filmmusik stammt von Blick Bassy, der am 3. Februar das Eröffnungskonzert im Neuen Theater Höchst zu hören sein wird.
Im Rahmen des Festivals stellt das Filmkollektiv Frankfurt seine neue Publikation über den nigerianischen Filmpionier Ola Balogun vor. Dazu läuft »Cry Freedom« (1981).
Ein Abschlusskonzert am 19.2. mit Sona Jobarteh in der Brotfabrik, eine Lesung im Titania am 8.2., in der Enoh Meyomesse aus seinen neuesten Gedichten vorliest, und eine Podiumsdiskussion zum Schwerpunkt »Generation Change« am 9.2. im Titania sowie das Kinderfest am 14.2. mit Adesa aus Ghana bei Afroton runden das Filmprogramm im Deutschen Filmmuseum und im Filmforum Höchst ab.

cw (Foto: Mörbayassa)
www.africa-alive-festival.de

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