»Africa Alive« vom 29. Januar bis zum 7. Februar

»Difret – Das Mädchen Hirut«, Foto: Alamode FilmEin 14-jähriges Mädchen wird auf dem Schulweg von einer Gruppe junger Männer zu Pferde entführt und von einem ihrer Entführer vergewaltigt. In einem unbewachten Moment schnappt sich das Mädchen ein Gewehr und flieht. Als die Männer die Entflohene einholen, erschießt sie ihren Peiniger.
So ist im Jahr 1996 in Äthiopien eine Verlobung schiefgelaufen. Auf dem Land wird nach altem Brauch die Auserwählte einfach entführt, wenn sie den Bewerber abgelehnt hat. Kommt dabei der hoffnungsvolle Bräutigam zu Tode, ist ihr das Todesurteil so gut wie sicher. Von einer Rettungsaktion durch engagierte Juristinnen in Addis Abeba erzählt »Difret – Das Mädchen Hirut« auf beeindruckende Weise. Das auf dem Sundance-Festival und auf der Berlinale ausgezeichnete Drama von Zeresenay Berhane Mehari, das Angelina Jolie mitproduziert hat, ist auf dem diesjährigen Festival zu sehen, bevor es im März in die hiesigen Kinos kommt.
Bereits zum 21. Mal findet das afrikanische Kultur- und Filmfest in Frankfurt statt. Das Augenmerk ist diesmal besonders auf Mali gerichtet und auf Westafrika, wo gerade Boko Haram wütet.
Als Gäste werden erwartet: Dyana Gaye, die den Eröffnungsfilm »Des étoiles« gedreht hat, Dani Kouyaté und Olivier Delahaye, die Regisseure von »Soleils«, die Schauspielerin Toulou Kiki, die in »Timbuktu« (derzeit auch in den deutschen Arthouse-Kinos zu sehen) mitgewirkt hat, Silvia Voser, die für den Dokumentarfilm »Ken Bugul – Personne n’en veut« verantwortlich ist, und die in diesem Film porträtierte senegalesische Schriftstellerin Ken Bugul mit einer Lesung am 2.2. in der Buchhandlung Weltenleser (Oeder Weg 40).
Die Filme werden, wie üblich, im Deutschen Filmmuseum und im Filmforum Höchst gezeigt.
In der VHS (Sonnemannstr. 13) soll am 7.2. über die Entwicklung in Burkina Faso diskutiert werden, wo der »autokratische Herrscher« Blaise Campaoré gestürzt wurde. Im Höchster Filmforum gibt es ein Ausstellung »Kochen und Essen in Afrika« mit Fotografien afrikanischer Migrantinnen und Migranten.
In der Brotfabrik singt die Afrikanerin Dobet Gnahoré Lieder aus ihrem neuen Album »Na Dré« am 31.1., am 1.2. wird der Senegalese Ibo auf einem Kinderfest Geschichten erzählen und mit Pantomime, Tanz und Gesang sein Publikum begeistern (Afroton-Kulturprojekte, Rüsselsheimer Str. 22), am 7.2. wird ein Workshop für Jugendliche in der Jugend-Kultur-Kirche Sankt Peter (Bleichstr. 33) angeboten und anschließend steigt die Party mit Analog Africa Soundsystem.

Claus Wecker
www.africa-alive-festival.de

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