Africa Alive: 27. Januar bis 23. Feb. 2014

Eröffnungsfilm »Grisgris«Afrikanische Frauenpower

Vielleicht sind sie tatsächlich der Hoffnungsschimmer für den gequälten und sich quälenden Kontinent: die afrikanischen Frauen. Auf jeden Fall stehen sie im Mittelpunkt des diesjährigen Festivals, das immerhin schon in die 20. Runde geht und somit in diesem Jahr ein rundes Jubiläum feiert.

Schon auf dem Panafrikanischen Filmfestival FESPACO in Ouagadougou waren 2013 viele starke Filmemacherinnen vertreten, auch durch ihre Präsenz in den verschiedenen Jurys und unter den Preisträgern. Das mit dem »Silbernen Hengst« ausgezeichnete algerische Drama »Yema« von Djamila Sahraoui, in dem eine Mutter, deren Söhne auf verschiedenen Seiten kämpfen, zwischen die Fronten gerät, steht ebenso auf dem Programm (30.1. im Filmforum Höchst/31.1. im Dt. Filmmuseum) wie »Pro Aqui Tudo Bem« (All Is Well, Angola 2012) von Pocas Pascoal über zwei jugendliche Schwestern, die vor dem Bürgerkrieg in Angola nach Lissabon fliehen, wo sie sich allein zurechtfinden müssen (31.1. im Filmforum Höchst/1.2. im Dt.Filmmuseum). Pocas Pascoal wird nach Frankfurt kommen.

Safi Fayes »Kaddu Beykat – Lettre paysanne« (Nachrichten aus dem Dorf) aus dem Jahr 1975 gilt als der erste von einer Frau gedrehte afrikanische Spielfilm (4.2. im Dt. Filmmuseum). Der Film handelt von dem Teufelskreis von Trockenheit, Hunger und Landflucht, der durch das Prinzip der Monokulturen verursacht sei, einem Restbestand aus der kolonialen Vergangenheit, sagt Safi Faye, die diesen und einen weiteren Film persönlich vorstellen wird. »Mossane« (1996) erzählt von einer jungen Frau, die sich weigert, den Mann zu heiraten, dem sie versprochen wurde (5.2. im Filmforum Höchst).

Eine Ausstellung im Foyer des Filmforums Höchst präsentiert große Persönlichkeiten des afrikanischen und karibischen Kinos. Außerdem werden eine Ausstellung »Quo vadis, Afrika? – Afrikanische Karikaturisten geben eine Antwort« im Haus am Dom (27.1. bis 10.2.) eine Lesung in der Stadtbücherei (7.2.), eine Podiumsdiskussion im Haus am Dom (9.2.), ein Schul-Programm in der Otto-Hahn-Schule (11.2.), ein Abschlusskonzert (22.2.) und ein Kinderprogramm (23.2.) in der Brotfabrik angekündigt. Frankfurt wird afrikanisch.

Claus Wecker

www.africa-alive-festival.de

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