Ab in die Schlaftomate

Jonas Ewert mit dem Modell einer Tigermücke, © senckenbergSenckenberg Naturmuseum: Planet 3.0 – Klima. Leben. Zukunft

In der Wolfgang-Steubing-Halle hinter dem Senckenberg Hauptbau steht wie so oft die Vermittlung von Wissen im Vordergrund. Dieses Mal aber geht es in diesem zweistöckigen Großcontainer um das Ganze: um nichts weniger als die Geschichte des Planeten Erde und seine Zukunft. Dass es dazu Anlass gibt, liegt – Stichwort Kilmawandel ‑ auf der Hand.
Aufgeteilt ist die Ausstellung in drei Etappen, wobei das Untergeschoss die Evolutionsgeschichte der Erde von ihrer Entstehung aus einem Feuerball vor 4,5 Milliarden Jahren bis zum Auftauchen des Menschen erzählt und dabei in sieben Megasprüngen von teils Hunderten von Jahrmillionen vorwärts prischt. Auf Globusmodellen wird gezeigt, wie vor 650 Millionen Jahren die Erde mit Eis überzogen war, wie vor 510 Millionen Jahren im Kambrium erstes Leben im Wasser entstand oder vor gut 250 Millionen Jahren im Perm-Trias 90 Prozent aller Tiere einer vulkanischen Katstrophe zum Opfer fielen. Etappe für Etappe wird ein Exponat als Zeitzeuge präsentiert: mal ein Fossil, mal das Modell eines Gletschers. Anfassen ist Pflicht beim Rundgang, aber Lesen keineswegs Kür.
Ist der Besucher über die Kreidezeit in der Eiszeit beim Menschen und der Entdeckung des Feuers vor einem knappen Jahrmilliönchen angelangt, wird er mittels einer Globusinstallation  über die sieben das Leben auf der Erde bedingenden Sphären aufgeklärt. Im nächsten, dem dritten Schritt der Ausstellung knüpft er sich diese von der Atmosphäre bis zur Stratosphäre einzeln vor. Für jede Sphäre gibt es eine Arbeitsecke mit Computer, Anschauungsmaterial und einer typischen Zukunftsfrage der Wissenschaft. Rund um die originale Schlaftomate, die vor 15 Jahren noch in der Arktis im Einsatz war, werden Folgen der Eisschmelze untersucht. Das Großmodell der Tigermücke zeigt uns eine Spezies, die mit dem Klimawandel bei uns heimisch geworden ist, mit Konsequenzen für Flora und Fauna. Die wichtigste Erkenntnis dürfte sein, dass es keine einfachen Lösungen gibt, weil alles mit allem zusammenhängt.Und dass der Mensch die Zukunft positiv beeinflussen kann, wenn er es nach dem Vorbild der Evolution in kleinen Schritten von Versuch und Irrtum tut. Und die Richtung stimmt.

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Bis 15. September: Mo, Di, Do, Fr 9-17 Uhr; Mi 9-20 Uhr, Sa, So 9-18 Uhr

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