23. Africa Alive im Deutschen Filmmuseum und im Filmforum Höchst

31. Januar bis 17. Februar

Ein Fokus des Film- und Kultur-Festivals ist in diesem Jahr auf das nahe liegende Thema »Migration« gerichtet. In zwei Filmen nehmen die Protagonisten selbst die Kamera in die Hand. Saliou Sarr begleitete gemeinsam mit Peter Heller in »Life Saaraba illegal« (2016) seine beiden Cousins in die Migration. Die beiden Filmemacher sind am 5. und 6.2. anwesend. In »Les sauteurs« (2016) filmte Abou Bakar Sidibé sein Leben an der Grenze zu der spanischen Enklave Melilla, wo er versuchte, das Zaunsystem zu überwinden.
Der Länderschwerpunkt gehört Südafrika, wie bereits in den Jahren 1999 und 2010. Im Mittelpunkt steht die Frage, was aus der Regenbogennation geworden ist: Der ANC steckt in einer Krise, immer mehr schwarze Bewohner verweigern ihm die Gefolgschaft, zudem klafft die Schere zwischen Arm und Reich weit auseinander. Wie sich diese Situation im aktuellen Filmschaffen dieses wichtigen afrikanischen Filmlandes widerspiegelt, wird in einer kleinen Auswahl südafrikanischer Filme zu sehen sein, darunter in »Ayanda« (2015) von der Regisseurin Sara Blecher, die selbst kommen wird, und in dem Thriller »Cold Harbour« (2014) von Carey McKenzie.
Aus Nordafrika kommen die Filme »Inhebbek Hedi – Hedis Hochzeit« (Tunesien 2016) von Mohamed Ben Attia (Hauptdarsteller Majd Mastoura bekam den Silbernen Bären auf der letzten Berlinale) und die beiden ägyptischen Filme »Clash« von Mohamed Diab, der mit seinem Film »Kairo 678« bekannt wurde, sowie die Musik- und Künstlerdokumentation »Art War«.
Von den Dokumentarfilmen darf man sich aufschlussreiche Informationen über den Kontinent versprechen. So lässt Mahammat-Saleh Haroun in »Hissène Habré – Une tragedie tchadienne« Opfer der Gewaltherrschaft des Diktators Hissène Habré zu Wort kommen. Amina Weira aus dem Niger wird ihren Film »La colère dans le vent« (2016) über ihren Vater und dessen jahrelange Arbeit im Uranabbau in Arlit zeigen. Auch steht der mit dem hessischen Filmpreis für den besten Dokumentarfilm 2016 ausgezeichnete Beitrag »Ghostland – The View of the Ju´Hoansi« von Simon Stadler und Catenia Lermer, die beide auch zu Gast sein werden, auf dem Programm.
Zum Auftakt gibt am 31.1. um 20 Uhr der ghanaische Singer-Songwriter und Multi-Instrumentalist Adjiri Odametey ein Konzert im Neuen Theater Höchst. Zuvor wird dort im Foyer die Ausstellung »Telling Stories« des nigerianischen Künstlers Emeka Udemba eröffnet, in dessen Fotos die Situation von Migranten und Flüchtlingen geschildert werden.
Zu der Podiumsdiskussion, die sich der UN-Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft widmet, sind am Samstag, 4.2., in der ESG Vertreter verschiedener Vereinigungen eingeladen, die in der Diaspora leben. In diesem Zusammenhang läuft auch »Bois d‘ébène«,
der neue Film von Moussa Touré (»TGV Express – Der schnellste Bus nach Conakry«). Außerdem gibt es am 12.2. um 15 Uhr bei Afroton ein Kinderfest mit einer Clownshow der Gruppe Adesa aus Ghana und am 16.2. eine Lesung in der Ypsilon Buchhandlung & Café mit dem Afro-Amerikaner Donald Vaughn, der aus seiner spannenden Autobiographie Erinnerungen und Erfahrungen aus zwei Kontinenten vorträgt. Das Festival beenden wird am 17.2. um 20 Uhr in der Brotfabrik ein Konzert von Ebo Taylor aus Ghana mit Afrofunk und Afrobeat.

cw (Foto: AYANDA)
www.africa-alive-festival.de

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