12. Japanisches Filmfestival

Nippon Connection: »The Sketch of Mujo« von Koichi OmiyaNippon Connection 2012

vom 2. bis 6. Mai

Noch immer steht die Umweltkatastrophe vom 11. März 2011 im Focus des Festivals. Wurde vor einem Jahr kurz erwogen, das Festival ausfallen zu lassen, steht heuer die Verarbeitung der furchtbaren Ereignisse im Mittelpunkt. Dokumentarfilme führen das Ausmaß der Zerstörung vor Augen (»The Sketch of Mujo« von Koichi Omiya), zeigen das Leben der betroffenen Anwohner (»Fukushima: Memories of a Lost Landscape« von Yojyu Matsubayashi) oder den Wiederaufbau eines schwer beschädigten Urlaubsorts, der 50 km vom havarierten Atomkraftwerk entfernt liegt (»Fukushima Hula Girls« von Masaki Kobayashi). Für »3.11 Tomorrow« folgten zahlreiche bekannte japanische Regisseure dem Aufruf des Sendai Short Film Festivals, sich mit der Katastrophe auseinanderzusetzen, und drehten 42 persönliche Kurzfilme von 3 Minuten und 11 Sekunden Länge. Bei einer Podiumsdiskussion mit japanischen Filmschaffenden geht das Festival der Frage nach, welchen Einfluß die Katastrophe auf deren Arbeit hat. Eine Vortragsreihe der Japanologie Frankfurt wird japanische Perspektiven auf die Geschehnisse des 11. März und deren Folgen beleuchten, während der deutsche Regisseur und Autor Jörg Buttgereit gemeinsam mit neun Schauspielern sein Hörspiel »Die Bestie von Fukushima« live präsentieren wird. In der von der Frankfurter Künstlerin Jiré E. Gözen kuratierten Ausstellung »Japan: Shifted« erzählen deutsche und japanische Künstler sehr persönlich von den Ereignissen jenseits der medial vermittelten Bilder.Nippon Connection
Insgesamt präsentiert das Filmfest ein breit gefächertes Programm von 142 Filmen und 34 Kulturveranstaltungen in fünf Tagen. Um den Publikumspreis »Nippon Cinema Award« konkurrieren u.a. das Antikriegs-Drama »Postcard« des 99-jährigen Altmeisters Kaneto Shindo sowie das Historiendrama »Hara-kiri: Death of a Samurai« vom umstrittenen Takashi Miike (»Audition«). Die Retrospektive beschäftigt sich mit vergangenen Protestbewegungen in Japan, »Nippon Visions« widmet sich mit dem »Nippon Cinema Award« dem Filmernachwuchs und »Nippon Kids« mit Animationsserien dem Zuschauernachwuchs. Die fast vergessene Kunst der Benshi (Filmerzähler) läßt Ichiro Kataoka wieder aufleben. Zum zweiten Mal zu Gast, bringt er die traditionelle Musikgruppe Otowaza mit nach Frankfurt. Die Musiker und Benshi begleiten den Stummfilm »Jirokichi the Rat«. Veranstaltungsorte sind das Studentenhaus auf dem Bockenheimer Campus der Universität, das Kino Orfeos Erben in der Hamburger Allee 45, das Kino im Deutschen Filmmuseum am Schaumainkai 41, die Ausstellungshalle 1A in der Schulstraße 1a und der Kunstraum Westend in der Beethovenstr. 35.

Info: www.nipponconnection.com
cw

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